Dienstag, 27. März 2012

Nahezu perfekte Bedingungen - vereinzelte Gefahrenstellen im extrem steilen, schattigen und schneearmen Gelände oberhalb etwa 2400m; einzelne Gleitschneelawinen

Die trockene Luftmasse führt dazu, dass die Schneedecke auch am Nachmittag nicht allzu massiv durchnässt wird. Die Lawinengefahr steigt deshalb im Tagesverlauf nur leicht an.
 
 
Häufig trifft man somit in sehr steilen, südexponierten Hängen sowie in tiefen (noch nicht ausgeaperten Lagen) perfekten Firn an, während man in mittleren und hohen Lagen in den Expositionen W über N bis O v.a. in den Regionen entlang des Alpenhauptkammes teilweise noch mit Bruchharsch kämpfen muss. Im sehr steilen, schattigen Gelände oberhalb etwa 2400m gibt es hingegen häufig noch Pulverschnee.
 
Die Schneedecke ist in Summe sehr gut aufgebaut. Dies bestätigt u.a. ein Felssturz in den Westlichen Nordalpen. Durch dessen enormen Impuls wurde die Schneedecke von den Felsmassen zwar mitgeschoben, eine seitliche Bruchfortpflanzung innerhalb der Schneedecke erfolgte jedoch nicht, weil in dieser Höhenlage Schwachschichten schlichtweg fehlen.
 
Der gewaltige Felssturz vom 23.02.2012 unterhalb der Hochwand (Westliche Nordalpen) (Foto: 24.02.2012)
 
Beim sehr günstigen Schneedeckenaufbau gibt es eine Einschränkung: Im sehr steilen schattigen Gelände oberhalb etwa 2400m findet man an schneearmen Stellen, die den Winter über wenig befahren wurden eine bodennahe Schicht aus kantigen Kristallen bzw. Schwimmschnee, die von Wintersportlern vereinzelt gestört werden kann. Dies war am 25.03. der Fall, als im Bereich der Hohen Warte (Tuxer Alpen) ein Schneebrett fernausgelöst wurde. Die Lawinenauslösung wurde dadurch begünstigt, dass am 25.03. die Schneedecke durch diffuse Strahlung (auch nordseitig) oberflächig angefeuchtet und somit etwas geschwächt wurde.
 
Negativlawine (Niemand wurde erfasst) im Bereich der Hohen Warte, Wildlahnertal (Tuxer Alpen) vom 25.03.2012 (Foto: 26.03.2012)
 
Derzeit eine seltene Erscheinung: Bodennaher Schwimmschnee durch geringe Schneemächtigkeit aufgrund viel Windexposition (Lawinenanriss Hohe Warte) Foto: 26.03.2012
 
Ansonsten findet man noch bodennahen Schwimmschnee vom Frühwinter im Nordsektor oberhalb etwa 2500m sowie in den Sektoren W über N bis O auf den Gletschern in den Regionen entlang des Alpenhauptkammes. Diese Schwachschicht sollte aufgrund der meist sehr mächtigen und kompakten Schneeauflage derzeit nicht zu stören sein.

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