Mittwoch, 18. April 2012

Lockerschneelawinen; hochalpin kammnaher Triebschnee sowie Nigg-Effekt


Kurz zusammengefasst: Das Wetter ist derzeit eindeutig schlechter als die Lawinensituation, allerdings auch nicht immer so schlecht, dass man nicht unterwegs sein könnte... Ein Prachttag war u.a. der 17.04., als sich nach Neuschneefall und Kälteeinbruch die Sonne zeigte. Bis zu 40cm Pulver (meist waren es um 10cm) auf einer häufig harten Unterlage ließen so manches Skifahrerherz höher schlagen.
 
Abfahrt vom Wilden Freiger in den Südlichen Stubaier Alpen (Foto: 17.04.2012)
 
Die Lawinengefahr beschränkt sich derzeit v.a. noch auf hochalpine, vermehrt kammnahe Triebschneeansammlungen, die im sehr steilen Gelände gestört werden können. Je frischer diese sind, desto leichter können diese von Wintersportlern ausgelöst werden. Ansonsten wurden am 17.04. mit der Sonneneinstrahlung und Tageserwärmung zahlreiche, allerdings meist harmlose trockene Lockerschneelawinen beobachtet.
 
Metzen in den Tuxer Alpen (Foto: 17.04.2012)
 
In tiefen und mittleren Lagen bzw. in sehr steilen, besonnten Hängen konnte man ab den Mittagsstunden dann auch noch nassen Lockerschneelawinen auslösen.
 
Nasser Rutsch im Waldgrenzbereich unterhalb der Vorderen Karlesspitze in den Nördlichen Stubaier Alpen (Foto: 17.04.2012)
 
Teilweise konnte am 17.04. auch die Bildung von Oberflächenreif im kammnahen, schattigen Gelände beobachtet werden (Nigg-Effekt). Dieser Oberflächenreif kann sich zu einer heimtückischen, kleinräumige Gleitfläche für darüber gelagerten Neuschnee entwickeln. Kleine spontane Schneebretter im kammnahen, steilen Gelände sind nach den vorhergesagten Neuschneezuwächsen mitunter ein Hinweis auf dieses Phänomen.
 
Im Vordergrund erkennt man Oberflächenreif, der sich frisch gebildet hat (Vordere Karlesspitze, Foto: 17.04.2012)
 
Hier noch das dazupassende Schneeprofil...
 
 
Und hier noch eines, das die fortschreitende Durchfeuchtung der Schneedecke und den meist in Summe immer noch stabilen Aufbau zeigt...
 

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