Dienstag, 31. Dezember 2013

Nachtrag zum tödlichen Lawinenunfall am 28.12.2013 im Variantenbereich Brunnalm - Gemeinde St. Jakob im Defereggen

Nach den Erhebungen der Alpinpolizei steht fest: Der verunglückte finnische Snowboarder, der im Variantenbereich des Skigebietes Brunnalm am 28.12.2013 ums Leben kam, hatte Pech.
 
Der rote Stern nördlich des Mooserbergliftes kennzeichnet die Unfallstelle © tiris
 
Gemeinsam mit mehreren Freunden fuhr er außerhalb der Pistenabsperrung an einer flachen Schulter nordöstlich des Mooserbergliftes ab. An dieser Pistenabsperrung stehen Tafeln, die auf eine mögliche Lawinen- sowie Absturzgefahr in den angrenzenden, extrem steilen Nordosthängen hinweisen.
 
Varianten und Pistenbereich samt Lawine.
Der rote Kreis zeigt jene Stelle, wo der Finne stürzte. In Folge fiel er in den Hang über den kleinen Felsen. Darunter löste er das Schneebrett aus.
 
Zuvor wählten sie schon einmal diese Abfahrt, auch deshalb, weil sie wegen der heiklen Lawinensituation bewusst steiles Gelände meiden wollten.
 
Der Finne blieb hinter den Kollegen, um noch zu fotografieren. Danach wählte er seine Abfahrtsspur unmittelbar am Rand des dort anschließenden extremen Steilgeländes. Offensichtlich stürzte er, fiel in den Steilhang über eine kleine Felsnase, wo er aufschlug, und dadurch ein Schneebrett auslöste. Er wurde von der Lawine bis in den Talboden mitgerissen, wo er an der Schneeoberfläche mit tödlichen Verletzungen zu liegen kam. Die Kollegen bemerkten das Fehlen des Finnen erst bei der Talstation des Liftes, fuhren anschließend nochmals zur Bergstation, bemerkten dann den Lawinenabgang und schlugen Alarm.
 
Das Schneebrett riss in einem 38° geneigten, nach unten zunehmend steiler werdenden NO Hang. Als Gleitfläche diente ausgeprägter Schwimmschnee, der sich während der langen niederschlagsfreien und kalten Phase seit Ende November gebildet hatte. Im Altschneefundament konnten zudem dünne Schmelzkrusten gefunden werden. Der Anriss war zwischen 35 und 55cm hoch, die Lawine knappe 10m breit und etwa 600m lang.
 
Hier der Absturzbereich im Überblick. Das Pfeilende symbolisiert den Liegepunkt des Verschütteten.

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