Mittwoch, 19. März 2014

Gleitschneelawinen bilden vorerst die Hauptgefahr

Wir beobachten derzeit recht häufig eine glänzende Schneeoberfläche, den so genannten Firnspiegel. Dabei handelt es sich um eine hauchdünne Eiskruste an der Schneeoberfläche. Für die Bildung eines Firnspiegels müssen einerseits die Temperatur und Strahlung ausreichen, um die Schneeoberfläche oberflächig zum Schmelzen zu bringen, andererseits muss Wind wehen, der die feuchte Schneeoberfläche derart abkühlt, dass diese oberflächig gefriert.
 
Firnspiegel an der Wildebene im Arlberggebiet (Foto: 19.03.2014)
 
Firnspiegel in Entstehung (Foto: 14.03.2014)
 
Wie schon im vorigen Blogeintrag erwähnt wirkt sich der Wind in diesem Fall positiv auf die Schneedecke aus, da diese abgekühlt wird. Nasse, spontane Lockerschneelawinen sind dann nicht mehr zu erwarten. Ebenso fällt auf, dass - wenn überhaupt – derzeit nur ganz vereinzelt spontane Schneebrettlawinen abgehen. Dies hat auch mit dem bereits massiven Wärmeeintrag in die Schneedecke während der vergangenen Woche, der inzwischen wieder trockenen Luft, dem positiven Einfluss des Windes und den tendenziell wieder niederen Temperaturen zu tun. Zudem beobachten wir gerade auch in tiefen und mittleren Höhenlagen zumindest in besonnten Hängen eine inzwischen „trägere“ Schneedecke, die in schneeärmeren Bereichen fast schon ähnlich dem „Sommerschnee“ wirkt.
 
 
Nach Abzug der heutigen Störung klarte die Luft schnell auf, die Luftfeuchtigkeit sank, die Schneeoberfläche kühlte rasch aus.
 
Die meisten Lawinen stammen von vergangener Woche; Kraspestal in den Nördlichen Stubaier Alpen (Foto: 18.03.2014)
 
Unverändert ein ernst zu nehmendes Thema stellen die Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen dar. Täglich gehen bei uns dazu Meldungen ein, vermehrt aus Osttirol.
 
Ebenso muss weiterhin der Tagesgang der Lawinengefahr beachtet werden. Dort, wo die Schneedecke nass wird, lassen sich im extrem steilen Gelände nasse Lockerschneelawinen auslösen. In hohen Lagen (oberhalb etwa 2000m) sind dann Auslösungen von Schneebrettlawinen durch Zusatzbelastung vorerst im Sektor ONO über S bis WNW weiterhin möglich.
 
Nach klaren Nächten und richtigem „timing“ sehr gute Tourenbedingungen.Nördliche Stubaier Alpen (Foto: 18.03.2014)
 
Übrigens: Lawinen lassen sich auch durch außergewöhnliche Zusatzbelastungen auslösen…
 
Lawinenabgang nach einem Felssturz unterhalb der Christalloscharte (Foto 19.03.2014)
 
Am Wochenende wird die Frühjahrssituation unterbrochen. Die ZAMG sagt einiges an Neuschnee bis in tiefe Lagen voraus.

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