Freitag, 4. April 2014

Mit zunehmender Durchfeuchtung der Schneedecke erhöhte Störanfälligkeit der Schneedecke vermehrt im Nordsektor bis vorerst etwa 2300m hinauf

Das Wetter schlägt kurzfristig um. Laut Auskunft der ZAMG-Wetterdienststelle wird es unbeständiger. Die Temperaturen bleiben zwar relativ warm, allerdings steigt die  Schaueranfälligkeit. Es soll vereinzelt bis über 2000m regnen. All das bedeutet für die Schneedecke, dass diese während der Nacht weniger abstrahlen und dadurch während des Tages rascher durchfeuchtet wird. Interessant ist dies v.a. für schattseitige Steilhänge bis vorerst ca. 2300m hinauf, wo die Schneedecke bisher noch trocken geblieben ist. Die Schneedecke wird dadurch im Nordsektor störanfälliger!
 
 
Wetterstationsgrafiken als sehr gutes Hilfsmittel für die Einschätzung der Lawinengefahr. Interessant sind derzeit v.a. die Strahlung, die Schneeoberflächentemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit. Geringere Ausschläge bei der Schneeoberflächentemperatur zeugen für schlechtere Ausstrahlung und demnächst raschere Durchfeuchtung der Schneedecke auch im Nordsektor. Verantwortlich ist dafür u.a. auch die diffuse langwellige Strahlung.
 
Apropos Wetterstationen: Gestern, am 3. April wurde bei der Jamtalhütte in der Silvretta eine neue Wetterstation im Rahmen einer kleinen Feier eröffnet. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt des Lawinenwarndienstes Tirol, des Hydrographischen Dienstes Tirol, der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Gemeinde Galtür, dem Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung sowie der Bergrettung Tirol unter Mithilfe des Hüttenwirtes der Jamtalhütte. Zudem handelt es sich dabei um die 100. öffentlich zugängliche und zugleich modernste, alpine Wetterstation Tirols. Wie gewohnt sind auch diese Daten samt Webcambilder topaktuell auf unserer Seite http://lawine.tirol.gv.at sowie jener der Jamtalhütte unter www.jamtalhuette.at verfügbar.
 
Foto von der Einweihung der Wetterstation Jamtal am 03.04.2014: von links: Rudi Mair (Lawinenwarndienst Tirol), Herbert Bucher (Hydrographischer Dienst Tirol), Anton Mattle (Landtagsvizepräsident und Bürgermeister Galtür), Paul Kößler (Lawinenwarndienst Tirol), Gottlieb Lorenz (Hüttenwirt Jamtalhütte), Karl Gatt (Diakon Gemeinde Galtür), Kurt Nairz (Bergrettung Tirol), Daniela Mattle (Galtür), Peter Veider (Bergrettung Tirol), Andrea Fischer (Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung), Harald Riedl (Lawinenkommissionsangelegenheiten Tirol)
 
So schaut es derzeit in vielen Teilen Tirols aus: Hohe Bewölkung, diffuse Strahlung: Potenzial für zunehmende Durchfeuchtung der Schneedecke…
 
Nördliche Stubaier Alpen am 03.04.2014
 
Blick Richtung Tuxer Alpen am 03.04.2014. Wieder einmal liegt Saharastaub in der Luft. Erkennbar an der bräunlichen Verfärbung.
 
Mehr denn je gilt nun die Devise: Je früher und höher man unterwegs ist, desto vergleichsweise günstiger sind die Verhältnisse.
 
Harte Schneeoberflächen samt Firn (Sulzschnee) gibt es am Wochenende vermutlich nur mehr in größeren Höhen; Silvretta am 03.04.2014
 

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