Freitag, 9. Januar 2015

Es geht mit Sturm, Regen und Schnee sowie einem Auf und Ab der Temperaturen sehr turbulent weiter. Kurzfristig muss mit vermehrten spontanen Lawinen und großer Lawinengefahr gerechnet werden! Ungünstige Tourenverhältnisse!

Die ZAMG-Wetterdienststelle meldet turbulente Tage voraus. Bereits heute konnte man gut mitverfolgen, wie der Wind im Tagesverlauf überall zulegte und die vorhergesagte Front langsam Richtung Osten vorstieß.

 

Starker bis stürmischer Wind am Hoadl in den Nördlichen Stubaier Alpen (Foto: 09.01.2015)

 

 

Deutlich zu sehen: Schlechtwetteraufzug, beginnende Erwärmung samt Sturm auf den Bergen; Station Nachtweide in der Silvretta-Skiarena

 

Aufzug der Warmfront (Foto: 09.01.2015)

 

Vom 09.01. auf den 10.01. soll es bis zumindest 2200m zum Teil intensiv regnen. Dies wird sich ungünstig auf die Schneedecke auswirken. Wir rechnen während der Nachtstunden überall dort, wo es sehr weit hinaufregnet, mit erhöhter spontaner Lawinenaktivität. Die Situation erinnert ein wenig an den Frontdurchzug vom 03.01. auf den 04.01.2015, als es bis teilweise 2300m hinauf intensiv regnete und sich dabei einige Lawinen von selbst lösten.

 

Zudem führt der Sturm samt Neuschnee in der Höhe zu neuen Verfrachtungen und Zusatzbelastungen. Aufgrund der meist schlecht aufgebauten Altschneedecke (Ausnahme: östliche Teile des Außerferns, östliche Bereiche der Nordalpen sowie die Kitzbüheler Alpen) muss somit auch in größeren Höhen mit spontanen Lawinen vermehrt aus windabgewandten Hängen gerechnet werden, dies vermehrt dort, wo mehr Neuschnee vorhergesagt wurde. Besonders betroffen dürften somit der südliche Bereich des Arlbergs, die Silvretta-Samnaun-Region sowie die Ötztaler und Stubaier Alpen sein.

 

 

Ein inzwischen vielerorts bereits recht vertrautes Bild. Wechsel von Krusten und kantigen, lockeren Kristallen: Eine schlechte Basis für neuerliche Zusatzbelastungen. Axamer Lizum, Nördliche Stubaier Alpen (Foto: 09.01.2015)

 

Nach einer Wetterberuhigung ab den Vormittagsstunden des 10.01. folgt am Abend eine Kaltfront samt Temperatursturz bei weiterhin kräftigem Wind. Somit dürften die Voraussetzungen für die verzögerte Bildung einer neuen Schwachschicht (Gefahrenmuster 4: kalt auf warm / warm auf kalt) in den regenbeeinflussten Gebiete gelegt sein. Ob und wie ausgeprägt sich dann eine neue Schwachschicht ausbilden wird, hängt allerdings unmittelbar vom folgenden Wettergeschehen ab und ist derzeit noch nicht abschätzbar.

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