Dienstag, 13. Januar 2015

Weiterhin zumindest oberhalb etwa 2100m vielerorts ernst zu nehmende Lawinensituation – Lawinenkundliches Wissen ist unbedingt erforderlich!

Die vorhergesagten turbulenten Tage sind hinter uns: Stürmischer Wind, der wärmste 10.01. seit Messbeginn, Regen zwischen 2200m und 2600m hinauf, Temperatursprünge.

Die Schneedecke ist dementsprechend unregelmäßig verteilt und zudem von der Schneebeschaffenheit äußerst inhomogen.

 

Extrem warmer 10.01., Temperatursturz am 11.01., Sturm! Überall in Tirol ein ähnliches Bild.

 

Der Neuschnee wurde massiv verfrachtet

 

Außergewöhnlich die hohen Temperaturen am 10.01.2015

 

Kurz zuvor noch Eis – frühlingshaftes Wetter beschleunigte den Schmelzprozess (Foto: 10.01.2015)

 

An den Felswänden herunterrinnendes Wasser, Nordalpen (Foto: 10.01.2015)

 

Sturm bzw. Orkan auf den Bergen

 

Außergewöhnlich: Ein Wirtschaftsgebäude wird durch eine Sturmböe am 10.01. teilweise zerstört, Matrei in Osttirol (Foto: 10.01.2015)

 

Riesige Schneefahnen im Außefern (Foto: 12.01.2015)

 

Riesige Schneefahnen auch in Osttirol (Foto: 10.01.2015)

 

Als Folge des Windes: wehr inhomogene Schneedecke. Die Kruste stammt vom Regen samt nachfolgender Kaltfront, Nördliche Stubaier Alpen (Foto: 12.01.2015)

 

Das wechselhafte Wetter samt massivem Regen und Sturm verschärfte auch die Lawinensituation. Am meisten Lawinen dürften in der Nacht vom 09.01. auf den 10.01. abgegangen sein, als es zum Teil intensiv bis ca. 2600m hinauf regnete.

 

Spontane Lawinen in Zentralosttirol (Foto: 10.01.2015)

 

Spontane Lawine in den Osttiroler Tauern (Foto: 10.01.2015)

 

Beeindruckende Selbstauslösung unterhalb des Maningenbachkogels in den Südlichen Stubaier Alpen (Foto: 10.01.2015)

 

Schneedeckenuntersuchungen zeigen immer noch eine erhöhte Störanfälligkeit der Altschneedecke,  Südliche Stubaier Alpen, (Foto: 11.01.2015)

 

Das wechselhafte Wetter macht sich auch innerhalb der Schneedecke bemerkbar: Extreme Temperatursprünge dort, wo es vor Eindringen der Kaltfront am 11.01. geregnet hat. Wir müssen nun vermehrt unser Augenmerk auf ev. Umwandlungsprozesse im Nahbereich der kürzlich gebildeten Regenkruste richten. Nicht unwahrscheinlich, dass sich hier eine weitere Schwachschicht ausbilden könnte.

 

Zu massive Zusatzbelastung durch Schneeverfrachtung führte zu dieser Spontanauslösung unterhalb des Lareinfernerkopfes in der Silvretta (Foto: 12.01.2015)

 

Variantenfahrer lösten ein Schneebrett im Bereich des Oberen Scheid-Liftes in Serfaus aus. Die Lawine überspülte eine darunter befindliche Piste. Man vermutete bereits gleich nach dem Abgang keine Verschütteten. Aus Sicherheitsgründen wurde eine große Suchaktion eingeleitet. Zum Glück bestätigte sich die Vermutung.

 

Besser ist und bleibt es vorerst im Norden des Landes, dort wo vor Weihnachten keine Altschneedecke vorhanden war.

 

Wie geht es weiter: Frischer Triebschnee wird sich recht rasch mit der darunter befindlichen lockeren Pulverschneeschicht verbinden. In großen Höhen allerdings noch etwas Vorsicht. Altschnee bleibt weiterhin störanfällig!

 

1 Kommentar:

  1. Wieso war der Hang am Oberen Scheidloch nicht gesprengt? War das Zufall oder menschliches Versagen?

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