Sonntag, 12. März 2017

Zunehmende Entspannung der Situation – Frischer Triebschnee in größeren Höhen bildet die Hauptgefahr – Durchfeuchtung in tieferen Lagen

Zahlreiche Rückmeldungen und ausgedehnte Erkundungen seitens des Lawinenwarndienstes sowie der Lawinenkommissionen zeigen, dass wir eine außergewöhnlich lawinenaktive Zeit hinter uns haben.

Die meisten Lawinen sind dabei am Donnerstag, den 09.03. während der intensiven Niederschläge abgegangen. Aber auch am Freitag lösten sich einerseits durch den Impuls der Sonneneinstrahlung, andererseits durch die zum Teil noch massiven Schneeverfrachtungen (u.a. in Osttirol) einige mittelgroße bis große Lawinen von selbst. Es waren alle Expositionen, vermehrt jedoch der Sektor W über N bis O oberhalb etwa 2200m betroffen.

Ebenso lösten Wintersportler wieder einige Lawinen aus. Meist handelte es sich um sehr bis extrem steiles, schattiges, zum Teil kammnahes Gelände. Teilweise gab es Verletzte.

Die Situation entspannt sich nun zusehends. Das Hauptproblem stellt derzeit noch frischer Triebschnee in größeren Höhen, vermehrt im schattseitigen Gelände dar. Ein Durchreißen in tiefere Schichten ist nach Auslösung von frischem Triebschnee weiterhin möglich. Zusätzlich spielt nun zunehmend auch die tageszeitlichen Erwärmung eine immer größere Rolle. Aus stark besonntem Gelände kann die Schneedecke bei entsprechender Durchfeuchtung an Festigkeit verlieren. Wir erwarten v.a. nasse Lockerschneelawinen.

Hier ein paar Eindrücke der vergangenen, nicht alltäglichen Tage…

Große Lawinenabgänge mit langem Auslauf im Arlberggebiet (Foto: 11.03.2017)

Großes Schneebrett unterhalb der Saumspitze, Arlberggebiet (Foto: 11.03.2017)

Abgang ganzer Bergrücken im Außerfern (Foto: 10.03.2017)

Großflächige Schneebrettlawine aus schattigen Einzugsgebieten. Defereggental-Osttirol (Foto: 11.03.2017)

Ein ähnliches Bild wie oben aus dem Virgental in Osttirol (Foto: 11.03.2017)

Spontaner Lawinenabgang vom 10.03. unterhalb der Brennerspitze (Foto: 10.03.2017)

Spontane Schneebrettlawinen vom 10.03. am Stubaier Gletscher (Foto: 11.03.2017)

In Skigebieten zum Teil ausgezeichnete Sprengerfolge (Foto: 11.03.2017)

Gesprengte, wie auch spontane Lawinen in der Schlick (Nördliche Stubaier Alpen) (Foto: 11.03.2017)

Gesprengte, wie auch spontane Lawinen im Skigebiet Fiss-Ladis-Serfaus (Foto: 10.03.2017)

Sicherungspflichtige hatten alle Hände voll zu tun. Nördliche Stubaier Alpen (Foto: 11.03.2017)

Lawinen verlegten nicht nur Straßen, sondern auch so manchen Hüttenzustieg, Lüsens (Foto: 10.03.2017)

Windeinfluss in den Villgratener Bergen (Foto: 10.03.2017)

Spuren des intensiven Regens in der Schlick (Foto: 11.03.2017)

Lawinenabgang vom 10.03.: Stabelebahn – Sölden. Extrem steiles, schattiges Gelände. Person konnte nach längerer Verschüttungszeit lebend geborgen werden.

Lawinenabgang mit gutem Ausgang am Stubaier Gletscher. Frischer, offensichtlicher Triebschnee war das Problem (Foto: 10.03.2017)

Am Weg zum Wetterkreuzkogel. Die meisten Skitourengeher waren sehr defensiv und umsichtig unterwegs. Jedoch nicht alle: sh. Pfeil und beachte das nächste Foto… (Foto: 11.03.2017)

Lawinenabgang Wetterkreuzkogel (vgl. Pfeil vom vorigen Bild). Skitourengeher lösten im extrem steilen, kammnahen Gelände ein Schneebrett aus. Die Lawine brach bis in bodennahe Schichten. (Foto: 11.03.2017)

Während der kommenden Tage spielt die tageszeitliche Erwärmung und Durchfeuchtung der Schneedecke eine immer größere Rolle. Defereggental (Foto: 11.03.2017)

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