Mittwoch, 12. September 2018

Einladung & erster Überblick: ISSW 2018 Innsbruck - International Snow Science Workshop


Der weltweit größte Kongress zur Schnee- & Lawinenkunde findet vom 07. - 12. Oktober 2018 erstmals in Innsbruck statt. Egal ob Lawinenprognostiker, Forscher oder Praktiker: die ganze Welt des Schnees wird sich für einige Tage auf Tirol konzentrieren.

Rund 1.000 lokale, nationale und internationale Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis werden auf der ISSW2018 erwartet. Die ISSW fördert wie keine andere Fachkonferenz den internationalen und fachübergreifenden Austausch zwischen Schneeexperten. Unterschiedliche Präsentationsmöglichkeiten, wie Fachvorträge, Posterpräsentationen und Podiumsdiskussionen, sowie die Einbindung einer internationalen Fachmesse, ermöglichen den direkten Kontakt mit einem breiten Fachpublikum.

Wir möchten hiermit alle Interessierten recht herzlich zu dieser Großveranstaltung als Einstimmung auf die kommende Wintersaison einladen. Seid bei dem Event in Sachen Schnee dabei!


Wann und wo findet die ISSW genau statt?


Von
Sonntag Abend
07.10.2018
bis
Freitag Abend
12.10.2018
im Congress-Zentrum Innsbruck

Congress Innsbruck mit Blick auf die Nordkette


Für Schneesportler - Tag der offenen Tür


Am Mittwoch den 10.10.2018 findet erstmals in der Geschichte der ISSW ein Tag der offenen Tür - Public Day statt: 
Der Public Day startet um 12:30 Uhr mit einer Führung durch den Poster- und Messebereich, findet seine Höhepunkt in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion (u.a. Rudi Mair mit unserem Projekt ALBINA - Lawinenlagebericht für Nordtirol, Südtirol, Trentino) und findet seinen Ausklang mit einem Public Welcome bei einem Buffet. Er wird auf Deutsch abgehalten.

Der Eintritt ist frei und ein Besuch wird von unserer Seite vor allem für interessierte Schneesportler wärmstens empfohlen.
Mehr Informationen zum Tag der offenen Tür unter: https://issw2018.com/de/programm/public-day.html


Die Themen - das vollständige Programm der ISSW


Das Programm gliedert sich ganz nach dem ursprünglichen Motto der ISSW "A merging of theory and practice", einem Verschmelzen von Theorie und Praxis:


Die Teilnahmegebühren für den "offiziellen" Konferenzteil mit den wissenschaftlichen Vorträgen und Posterpräsentationen der Beitragenden finden sich hier: https://issw2018.com/de/teilnahme/abstracteinreichung-und-registrierung.html

Es gibt Tageskarten, 1/2-Wochenkarten und natürlich welche für die gesamte Kongresswoche sowie Studententarife.
Der Hauptteil besteht aus General Topics die immer vormittags stattfinden (bspw. Lawinenwarnung, künstliche Schneeerzeugung oder Lawinenausbildung) und den Special Topics (bspw. Lawinenunfälle, Lawine und Recht) am Nachmittag.

In den kommenden Wochen werden wir via Blog noch genauer über das Programm und vor allem über die für Wintersportler interessanten Inhalte berichten.

Die Beiträge aus Wissenschaft und Praxis

Ausgeglichene Bewertungen der Beiträge nach Theorie und Praxis
Etwa 400 Beiträge (Extended Abstracts) wurden über den vergangenen Sommer abgegeben - davon beispielsweise 20 unter Mitarbeit des LWD Tirol. Neue Ansätze zu Lawinenschutzmaßnahmen, Lawinen-Ausbildungskonzepte, Auswertungen zur konsistenten Gefahrenbeurteilung benachbarter Warndienste und viele, viele, viele mehr. Aus diesen Beiträgen werden etwa 150 Vorträge gehalten, die die Inhalte der Abstracts in einzelnen Sitzungen (Oral Sessions) zu den jeweiligen Themengebieten kurz präsentieren. Es gibt insgesamt 19 Sitzungen (Sessions) aus Vorträgen oder Postern. Die übrigen Beiträge werden in den Hallen des Congress Innsbruck als Poster (Poster Session) präsentiert. Diese werden über die gesamte Konferenzwoche ausgestellt, wobei es zu jedem Themenblock einen Zeitraum geben wird in dem die Beitragenden bei ihrem Poster anwesend sind um Fragen zu klären und intensiver darüber diskutieren zu können.

Die Abstracts werden nach der ISSW im Internet veröffentlicht, dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr...

Das Rahmenprogramm

Eine Exkursion findet in Kooperation mit der Bergrettung Tirol am Stubaier Gletscher statt
Neben den thematisch geordneten Sitzungen aus den eingereichten Beiträgen gibt es Beitrags-unabhängige, über die ganze Woche verteilte Trainingskurse (Training Courses) , am Mittwoch Exkursionen (Field Trips) und den gemütlichen Teil jeden Abend. Bitte um Beachtung: Am Rahmenprogramm wie auch an den Sitzungen kann man - im Gegensatz zum Tag der offenen Tür - nur mit gültigem Ticket teilnehmen.


Die Sprachen - Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch

Vorträge und Posterpräsentationen zu den meisten Themen finden auf Englisch statt. Dutzende Dolmetscher und hunderte von Headsets stehen bereit um jeweils in alle anderen der vier Konferenzsprachen zu übersetzen. 



Fazit

Die ISSW findet nur alle zwei Jahre statt, wobei sich der Austragungsort zwischen Europa, Kanada und den USA abwechselt. Dieses unvergleichliche Event wird damit bei uns nicht mehr so schnell gastieren - lasst es euch nicht entgehen!


Dienstag, 15. Mai 2018

Hochalpin kurzfristig auf frischen Triebschnee achten

Ein Tiefdruckkomplex bringt Tirol derzeit markanten Neuschneezuwachs mit einer um 2000m schwankenden Schneefallgrenze. Begleitet werden die Niederschläge von auflebendem Wind aus nördlicher Richtung. In hochalpinen Lagen gilt es damit kurzfristig, auf kammnahen, frischen Triebschnee zu achten und diesem auszuweichen.

Durch die intensive, meist diffuse Strahlung erwarten wir in weiterer Folge aus extrem steilen Hängen zahlreiche feuchte Lockerschneelawinen. Hier ist besonders auch auf eine mögliche Mitreiß- und Absturzgefahr zu achten. Die Schneedecke wird sich rasch stabilisieren.

Während der vergangenen 24 Stunden regnete bzw. schneite es vor allem in der nördlichen Hälfte Tirols intensiv.


Auf den höheren Bergen gab es bereits markanten Neuschneezuwachs.

Noch ein kurzer Rückblick auf die erste Mai-Hälfte:

Die Schneedecke zog sich bei anhaltend milden Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit stetig zurück. Die Schneegrenze liegt inzwischen schattseitig im gesamten Land oberhalb der Waldgrenze, sonnseitig etwa 500m höher – bei einer teils für die Jahreszeit unterdurchschnittlichen Mächtigkeit.

Die Schneedecke beginnt inzwischen schattseitig oberhalb der Waldgrenze. Silvretta-Samnaun. Foto: 08.05.2018

Brüche in der Altschneedecke wurden nur mehr sehr vereinzelt beobachtet. Sie besteht inzwischen zumeist aus Sommerfirn mit seiner charakteristisch buckligen Struktur. Schneebrettlawinen, für die durch einen Bruch in einer Schwachschicht ausgelöst werden, sind bei Sommerfirn nicht mehr zu erwarten. Gleitschneelawinen treten bei Sommerfirn jedoch genau so auf.

Stabiler Sommerfirn mit seiner charakteristischen Oberflächenstruktur im Jamtal, Silvretta-Samnaun. Foto: 09.05.2018

Hochalpin findet man noch genug Schnee für Skitouren. Jamtal, Silvretta-Samnaun. Foto: 08.05.2018

Bei guter Zeiteinteilung konnte man vor allem in hoch gelegenen Schattenhängen noch guten Firn fahren.

Perfekte Firnbedingungen bei entsprechend zeitiger Abfahrt von der Liebener Spitze im hinteren Ötztal. Foto: 06.05.2018

Daneben sind Schneefelder durch Lawinenablagerungen bis deutlich unter 2000m noch häufig anzutreffen.

Lawinenablagerungen mit viel mitgerissenem Material findet man heuer besonders häufig. Abfahrt vom Zwieselbacher Rosskogel, Nördliche Stubaier Alpen. Foto: 11.05.2018

Ausblick für den Sommer:

Schneebrettlawinen:
Brüche in bodennahen Schwachschichten sind bei massiver Durchnässung der Schneedecke noch im hochalpinen, vergletscherten, extrem steilen Gelände denkbar, allerdings unwahrscheinlich.
Bei Neuschneefällen während kalter Temperaturen unter Windeinfluss gilt es vor allem auch im Sommer kurzfristig auf kammnahen, frischen Triebschnee im hochalpinen Gelände zu achten.

Lockerschneelawinen:
Stellen ebenfalls vor allem nach Neuschnee im extremen Steilgelände eine Gefahrenquelle dar.

Gleitschneelawinen:
Erwarten wir vereinzelt noch auf schneebedeckten Grashängen, in hohen Lagen auf glatten Felsplatten wie man sie typischerweise im Gletschervorfeld findet (Gletscherschliff).
Frische Gleitschneelawine sowie Gleitschneerisse auf Felsplatten durch Gletscherschliff. Foto: 12.05.2018

Donnerstag, 3. Mai 2018

Häufig trifft man auf stabilen Sommerfirn. Gefahrenstellen am ehesten noch im hochalpinen Gelände.

Laut ZAMG-Wetterdienststelle lag der April 2018 um 4,6 Grad über dem Mittel und zählte damit zum zweit wärmsten April der 251-jährigen Messgeschichte. Dies wirkte sich einerseits auf einen rapiden Schneehöhenschwund, andererseits in einer überdurchschnittlich raschen Umwandlung des Schnees zu stabilem Sommerfirn aus.

Je nach Tourenziel ist zum Teil längeres Skitragen angesagt. Stubaital (Foto: 27.04.2018)

Stabiler Sommerfirn im Südlichen Osttirol  (Foto: 29.04.2018)

Sommerfirn samt Saharastaub bei der Abfahrt von der Weißkugel in den Südlichen Ötztaler Alpen (Foto: 28.04.2018)

Derzeit liegt die Höhengrenze für Sommerfirn im schattigen Gelände bei etwa 2500m, im besonnten Gelände reicht diese bis über die 3000m-Grenze hinauf.

Dadurch hat auch die Anzahl an Gefahrenstellen weiter abgenommen, die in Summe nur mehr vereinzelt anzutreffen sind.

Dazu zählen:

1) Gleitschneelawinen…
…auf Wiesenhängen oder Felsplatten (auch dort, wo die Schneedecke aus stabilem Sommerfirn besteht).

Frischer Gleitschneerutsch am Stripsenkopf in den Kitzbüheler Alpen (Foto: 29.04.2018)

Frischer Gleitschneerutsch in der Silvretta (Foto: 28.04.2018)

2) Nasse Lockerschneelawinen…
… im extrem steilen Gelände, insbesondere nach Neuschneefällen.

3) Schneebrettlawinen:

Szenario 1:
Am wahrscheinlichsten sind kleinräumige, kammnahe Triebschneepakete im hochalpinen, kammnahen, sehr steilen Gelände unmittelbar nach Neuschneefällen samt Windeinfluss bei kühleren Temperaturen.

Dieses Szenario wurde am 01.05. drei Skitourengeher knapp unterhalb des ca. 3500m hohen Großen Möselers in den Zillertaler Alpen zum Verhängnis. Als sie mit Steigeisen über die extrem steile NW-Wand aufsteigen wollten, löste sich im obersten Bereich ein kleines Schneebrett. Das Schneebrett war ca. 30m breit bei einer Anrissmächtigkeit zwischen 10 und 30cm. Alle Personen wurden in Folge über den Eisbruch in die Tiefe gerissen und blieben unverschüttet, jedoch verletzt (eine Person schwer) am Furtschaglkees liegen. Maßgeblich für den Unfall waren die Niederschläge vom 29.04. auf den 30.04. in Kombination mit dem Südföhneinfluss. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Rückmeldung unseres Beobachters und Bergführers Stefan Wierer, der uns am 01.05. westlich des Unfallgebietes von einer großflächig eisverkrusteten Schneeoberfläche (samt darauf befindlichem Triebschnee) berichtet hat. Es ist fraglich, ob diese Eiskruste im Unfallgebiet in diesem Höhenbereich noch anzutreffen war. Angenommen, dies sei der Fall gewesen, müsste als Voraussetzung für das Schneebrett zwischen Eiskruste und Triebschnee eine Schwachschicht vorhanden gewesen sein. Diese ist uns nicht bekannt, da wir nicht vor Ort waren. Am wahrscheinlichsten sind Graupel, eventuell auch lockerer, überwehter Neuschnee.

Lawinenunfall Großer Möseler am 01.05.2018 in den Zillertaler Alpen. Eingezeichnet ist die ungefähre Aufstiegsspur samt dem Schneebrett. Die Personen wurden über den Eisbruch mitgerissen und blieben im flacheren Gelände darunter zu liegen. (Foto: 01.05.2018)

Bei der Wetterstation Schlegeis wurden vom 29.04. auf den 30.04. knapp über 10mm Niederschlag gemessen. Dies entspricht in großen Höhen um 10cm Neuschnee. Beachtenswert ist der aus südlicher Richtung wehende Wind.

Am Weg zum Hohen Riffler in den Zillertaler Alpen. Markant ist die großflächig, eisverkrustete Schneeoberfläche (Foto: 01.05.2018)

Am Stubaier Gletscher wurde am 29.04. Schneeregen bis 3000m hinauf beobachtet.

Szenario 2:
Insbesondere im sehr steilen, schattigen Gelände oberhalb etwa 2500m, dort wo die Schneedecke den Winter über schneearm war, sind kleinräumige Schneebrettauslösungen denkbar. Meist sollte es dazu großer Zusatzbelastung bedürfen.
Szenario 3:
Eine unmittelbar oberhalb des Gletschereises befindliche Schwachschicht könnte bei massiver Durchnässung noch aktiviert werden. Dies scheint jedoch unwahrscheinlich zu sein. (Die letzte uns bekannte Aktivierung war in den Südlichen Ötztaler Alpen während der Starkschneefälle um den 22.01.2018 im schattigen, sehr steilen Gelände unterhalb der Großen Geige).

Wechten- und Seracbrüche…
…ähnlich wie Gleitschneelawinen vom Abgangszeitpunkt praktisch nicht vorhersehbar. Deren Zusatzbelastung kann vereinzelt als Auslöser für Lawinen dienen.

Das Frühjahr ist nicht mehr aufzuhalten! Südliche Ötztaler Alpen (Foto: 28.04.2018)


Dienstag, 24. April 2018

Lawinenaktivität verlagert sich zusehends in größere Höhen

Die Schneehöhenabnahme während der vergangenen Wochen ist beachtlich, angesichts der warmen Temperaturen jedoch nicht überraschend. Um 50cm betrug die Differenz der Gesamtschneehöhe bei unseren automatischen Wetterstationen seit letzter Woche.

Der Verlauf der Schneehöhe geht bei warmen Temperaturen stetig bergab. Der Taupunkt (die blaue Linie) erreichte z.T. Werte über Null Grad – ein Indiz für eine beschleunigende Durchfeuchtung der Schneedecke.

Interessant erscheint auch ein Blick auf die jahrzehntelangen Aufzeichnungen unserer Beobachter: Überdurchschnittliche Werte im Hochwinter, zum Teil unterdurchschnittliche Schneehöhen im Frühjahr.



Vergleichsbilder zwischen dem sehr schneearmen Winter 2010/11 und dem sehr schneereichen Winter 2017/18.

Früh für diese Jahreszeit, aber ebenso passend in das Gesamtbild: Bis zumindest 2100m findet man inzwischen verbreitet stabilen „Sommerschnee“. Bis etwa 2400m ist dies zusehends auch in besonnten Hängen der Fall.

„Sommerschnee“ (Foto: 23.04.2018)

Vom 23.04. auf den 24.04. zeichneten sich aufgrund zunehmender Luftfeuchtigkeit während des Tages samt Regen ab den Abendstunden bis knapp 3000m hinauf, gefolgt von einer wolkenverhangenen Nacht ungünstige Verhältnisse hinsichtlich der Lawinengefahr ab. Spontane Lawinen wurden vermehrt im Sektor Nord oberhalb etwa 2400m beobachtet. Großteils handelte es sich um Lockerschneelawinen. Dies spricht für den während des Winters überwiegend günstigen Schneedeckenaufbau mit wenigen Schwachschichten. Nur vereinzelt wurde uns auch von Schneebrettlawinen berichtet.

Zahlreiche Lockerschneelawinen aus extrem steilem Gelände im Nordsektor. Bei den eingefärbten Flächen handelt es sich um Lawinenbahnen von Lockerschneelawinen. Die Pfeile zeigen zusätzliche Bereiche an, wo sich Lockerschneelawinen gelöst haben. Seehöhe um 2500m (Foto: 23.04.2018)

Man erkennt an der Lawinenaktivität auch, dass sich diese nun in immer höhere Bereiche verlagert, wobei schattige Hänge naturgemäß verzögert reagieren. (Anfang April waren in etwa ähnliche Höhenbereiche von Lockerschneelawinen-Abgängen betroffen, wie wir es jetzt für schattiges Gelände beobachten).

Wie geht es weiter: Die kommenden Nächte sollen vorerst häufig wieder wolkenarm sein, sodass sich die Schneedecke während der Nacht wieder auskühlen kann, umso besser, je höher man sich aufhält.

Alternativ bietet sich in tieferen Lagen die Möglichkeit an, auf Pisten in den bereits geschlossenen Skigebieten unterwegs zu sein.

Perfekt präparierte Skipiste im Kühtai (bei bereits geschlossenem Skibetrieb) (Foto: 20.04.2018)

Freitag, 20. April 2018

Das Zeitfenster für gute Skitourenverhältnisse wird immer kürzer – ein paar Impressionen der vergangenen Tage…

Laut ZAMG-Wetterdienststelle verlief der April bisher sehr warm und liegt derzeit rund vier Grad über dem vieljährigen Mittel. Es dürfte vermutlich einer der wärmsten Aprilmonate der Messgeschichte werden. Entsprechend rasch schreitet deshalb auch die Durchfeuchtung bzw. das Abschmelzen der Schneedecke voran.

Auf der 3453m hohen Kreuzspitze in den Südlichen Ötztaler Alpen wurden heute Temperaturen um +3 Grad Celsius gemessen. An der Wetterstationsgrafik erkennt man bereits, dass die Luft sukzessive feuchter wird. Die Nacht vom 20.04. auf den 21.04. soll jedoch noch klar sein. Die folgenden Tage erwarten wir schlechtere Ausstrahlung durch erhöhte Luftfeuchtigkeit.

Das Zeitfenster für guten Firn wird kürzer. Wir empfehlen, früh und hoch unterwegs zu sein. Nördliche Stubaier Alpen (Foto: 18.04.2018)

Guter Firn bei rechtzeitiger Abfahrt in den Nördlichen Stubaier Alpen. Im Hintergrund erkennt man Lawinenablagerungen, die ab Anfang April stammen. (Foto: 20.04.2018)

Im hochalpinen Gelände, wie hier in den Südlichen Ötztaler Alpen sieht man wenige Lawinen, wenn, dann am ehesten Lockerschneelawinen im extrem steilen Gelände. (Foto: 19.04.2018)

Lawinenablagerungen im hinteren Pitztal, die fast ausschließlich von Gleitschnee- und Lockerschneelawinen herrühren. (Foto: 19.04.2018)

Schneebrettlawinen, die unterhalb von 2300m auf der Schwachschicht vom 04.01. abgegangen sind. (Die Schwachschicht wurde durch Nässeeintrag wieder aktiviert). Darüber Lockerschneelawinen. Nördliche Stubaier Alpen (Foto: 19.04.2018)

Eine Gleitschneelawine, die sich auf etwa 2500m, Süd am Nachmittag des 19.04. in den Nördlichen Stubaier Alpen gelöst hat.

Immer wieder sieht man in Tirol, dass Lawinen auch ältere Bäume mitgerissen haben. Schneebrettlawine W-seitig auf 2700m vom 17.04. in der Silvretta (Foto: 18.04.2018)

Bei einer oberflächig durchnässten Schneedecke reicht ein kleiner Impuls im sehr bis extrem steilen Gelände aus, um nasse Lockerschneelawinen auszulösen. (Foto: 19.04.2018)

Ein Eisbrocken als Impuls für eine Lockerschneelawine in den Südlichen Ötztaler Alpen (Foto: 19.04.2018)

Vorsicht vor Wechten. Absturzgefahr inklusive möglicher Impuls für Lawinenauslösungen. (Foto: 19.04.2018)

Saharastaub wird durch den voranschreitenden Schmelzprozess an der Schneeoberfläche dominanter. (Foto: 19.04.2018)
 
Schneeräumungsarbeiten an der Timmelsjochstraße (Foto: 19.04.2018)

Lawine, die bis zur bereits grünen Wiese vorstieß. Nördliche Stubaier Alpen (Foto: 10.04.2018)