Montag, 30. Oktober 2017

Nach Sturm und Schneefall frischen Triebschnee in großen Höhen beachten

Das gestern am 29.10. über Tirol gezogene Sturmtief wirkt sich auch auf die Lawinengefahr in großen Höhen aus. Dort findet man neue Triebschneepakete, die im sehr steilen Gelände durch Wintersportler ausgelöst werden können. Mit etwas Erfahrung in der Lawinenbeurteilung lassen sich diese Gefahrenstellen meist recht gut erkennen.

Zur Information für Freerider in den Gletscherskigebieten: Am 28.10. wurden wir über zwei Lawinenauslösungen mit Personenbeteiligung am Pitztaler Gletscher im Bereich des Brunnenkogels informiert. Die Personen blieben unverletzt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte es sich um frische Triebschneeansammlungen gehandelt haben, welche sich ab dem 27.10. gebildet haben.

Unsere Messstationen zeigten gestern am 29.10. verbreitet starken bis stürmischen Wind.

An oberen Karte des Hydrographischen Dienstes erkennt man den 24-stündigen Niederschlag: Stand 29.10., 16:35 Uhr.

Die nächste Aktualisierung erfolgt wiederum bei einer deutlichen Änderung der Situation.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Gletscherskigebiete freuen sich über gute Schneebedingungen

Das Wetter seit dem letzten Blogeintrag lässt sich so zusammenfassen: Der restliche September bis einschließlich Anfang Oktober verliefen vorwiegend trüb und wechselhaft mit regelmäßigen Schneefällen in der Höhe und kurzen warmen Schönwetterphasen.
 
Zwischen dem 10.10. und 21.10.2017 stellte sich stabiles Hochdruckwetter ein, das am 22.10. neuerlich von einer Kaltfront samt Schnee abgelöst wurde. Um den Nationalfeiertag dominiert wieder Sonnenschein. Dann wird’s voraussichtlich länger wieder kühl und wechselhaft.
 
Die Wetterstation am Pitztaler Gletscher zeigt im Detail, was sich während des vergangenen Monats abgespielt hat: Viel Niederschlag, wechselhaft samt einer markanten Schönwetterphase im Oktober.
 
Schneefall der vergangenen Neuschneefälle
 
Von dieser relativ niederschlagsreichen Zeit haben die Gletscherskigebiete profitiert, die sich über regen Zustrom freuen.
 
Blick auf den Pitztaler Gletscher (Foto: 24.10.2017)
 
Informationen über die Beschaffenheit der Schneedecke sind noch spärlich.
 
Aufbauende Umwandlung im Bereich von Krusten wurde schattseitig von ca. 2500m aufwärts beobachtet. Während des vergangenen Schneefalls hatte sich auch etwas Graupel eingelagert. Wir gehen auch aufgrund der Gesamtschneelage dennoch nicht von größeren Lawinenproblemen aus. Am ehesten wird der Wintersportler, der sich im ungesicherten, sehr steilen Gelände aufhält, auf frischen Triebschnee während und unmittelbar nach Schneefällen achten müssen. 
 
Die Schönwetterperiode förderte aufbauende Umwandlungsprozesse des liegen gebliebenen Schnees, dies schattseitig in größeren Höhen und in allen Expositionen hochalpin. (Foto: Schlick, 15.10.2017)
 
Eine nächste Aktualisierung erfolgt bei einer gravierenden Änderung der Situation.
 

Montag, 18. September 2017

Herbstlicher Wintergruß auf den Bergen

Der meteorologische Sommer (Juni bis August) war laut ZAMG der drittwärmste seit Messbeginn im Jahr 1767. Wärmer waren nur der Sommer 2003 sowie der Sommer 2015. Dies hatte Auswirkungen auf die Gletscher, die massiv dahinschmolzen.
 
Den Gletschern ging es heuer wieder einmal an die Substanz. (Stubaier Alpen), Foto: 29.08.2017
 
Seit Ende August bzw. seit Beginn des meteorologischen Herbst herrscht in Tirol hingegen eine kühle, wechselhafte und niederschlagsreiche Witterung vor. Die Schneefallgrenze sank immer wieder bis etwa Waldgrenzniveau. Am 12.09. verirrten sich die ersten Flocken in Osttirol kurzfristig sogar bis in Talbereiche. Der Jahreszeit entsprechend schmolz der Schnee in mittleren und hohen Lagen rasch dahin. schattseitig und hochalpin sammelte sich dennoch bereits einiges an Schnee an.
 
Die Daten der Wetterstation am Pitztaler Gletscher zeigen eindrucksvoll das seit Anfang September sehr wechselhafte Wetter. Der Niederschlag fiel sowohl in Form von Schnee, als auch Regen. Föhn Mitte September
 
Pitztaler Gletscher am 31.08.2017
 
Pitztaler Gletscher am 18.09.2017
 
Die Gletscherskigebiete stehen somit in den Startlöchern.
 
Schneedepots vom vergangenen Winter helfen, die Pisten in den Gletscherskigebieten rascher in Betrieb zu nehmen bzw. – wie im Vordergrund zu sehen – für den Weltcupauftakt in Sölden gerüstet zu sein.
 
Hier noch ein paar Impressionen…
 
Im Inntal grün, auf den Bergen bereits weiß (Foto: 04.09.2017)
 
Am Vortag waren diese Wiesen im Defereggental noch angezuckert (Foto: 13.09.2017)
 
Bei Wanderungen im Gebirge stampft man mitunter bereits im Schnee. Blick von der Serles ins Wipptal (Foto: 15.09.2017)
 
Schnee bringt zwangsweise auch die Möglichkeit von Lawinenabgängen mit sich. Allerdings ist die Gefahr derzeit gering.
 
Prinzipiell sollte bei Schneefällen um diese Jahreszeit v.a. auf Lockerschneerutsche aus felsigem Gelände geachtet werden. Während intensiver Schneefälle samt starkem Windeinfluss und kalten Temperaturen kann sich in großen Höhen auch ein frisches Triebschneeproblem ausbilden. Gefahrenstellen findet man dann am ehesten im kammnahen, windabgewandten und sehr steilen Gelände. Aufgrund der doch noch relativ starken Sonneneinstrahlung und der wärmeren Temperaturen stabilisiert sich die Schneedecke um diese Jahreszeit rasch.
 
Die nächste Aktualisierung erfolgt bei einer deutlichen Änderung der Bedingungen. Noch hoffen wir auf einen schönen Altweibersommer…
 

Freitag, 19. Mai 2017

Impressionen zur derzeitigen Lawinensituation

Der Festigkeitsverlust von Schwachschichten aufgrund des zunehmenden Wassereintrages in die Schneedecke spielt derzeit eine wichtige Rolle in Hinblick auf eine mögliche Lawinengefahr. Das zum Teil feuchtschwüle und warme Wetter (teilweise mit Regeneintrag) fördert diese Entwicklung.

Hier ein paar Bilder zur derzeitigen Situation.

Lawinenabgang am 13.05. oder 14.05.2017 – Grießkogelgruppe (Foto: 14.05.2017)

Lawinenabgang Schalfkogel (Foto: 16.05.2017)

Wenige Tage alte Lawinenabgänge im Wildlahnertal (Foto: 17.05.2017)

Frische Lawinenablagerungen im Ötztal bei Längenfeld (Foto: 17.05.2017)

Lawinenabgang Pfannspitze im Südlichen Osttirol (Foto: 15.05.2017)

Bei guter Tourenplanung kann man es jedoch auch noch gut erwischen… Firn in den Stubaier Alpen (Foto: 17.05.2017)

Dienstag, 16. Mai 2017

Fortschreitend Durchnässung führt zu großen Lawinenabgängen

Seit 13.05. mehren sich Beobachtungen über große Abgänge von Schneebrettlawinen. Dies hat mit der fortschreitenden Durchnässung bodennaher Schwachschichten vom Frühwinter zu tun.
Betroffen sind Schattenhänge oberhalb etwa 2500m und besonntes Gelände oberhalb etwa 2700m. Weitere Details spätestens am 19.05.2017