Donnerstag, 15. Dezember 2011

Vorsicht in steilen Schattenhängen oberhalb etwa 2600m sowie auf frischen Triebschnee!

Frischer Triebschnee ist speziell in größeren Höhen spröde und deshalb leicht auszulösen. Am Wiesejaggl am Kaunertaler Gletscher lösen Skifahrer am 13.12. im kammnahen Steilgelände ein solches Triebschneepaket aus. Es kommt niemand zu Schaden.

 

Frisch eingewehte, steile Bereiche sollten derzeit vorsichtig beurteilt werden. (Rutsch, der unterhalb des Predigbergs am 13.12. in der Silvretta ausgelöst wurde).

 

Der Neuschnee wird speziell in höheren Lagen verfrachtet und bildet v.a. in Kammlagen neue Triebschneepakete. Ganz besonders betroffen ist der Alpenhauptkamm, wo am 13.12. am Nachmittag bereits ausgeprägte Schneefahnen beobachtet werden.

 

Im Tagesverlauf dreht der Wind auf SW und wird immer stärker. Umfangreiche Schneeverfrachtungen speziell in höheren Lagen sind die Folge (Silvretta, 13.12.2011).

 

In der Höhe weht sehr starker Wind aus SW, wie z.B. hier auf der Windgraphik vom Pitztaler Gletscher – Hinterer Brunnenkogel ersichtlich ist (Visualisierung: LWD Tirol, Daten: ZAMG).

 

Vom 12. auf den 13.12. schneit es in Tirol. Meist sind es zwischen 5cm und 10cm, entlang des Alpenhauptkammes bis zu 20cm.

 

Am Nachmittag zeigt sich in einigen Teilen Tirols ein winterliches Bild. Die Neuschneemengen sind allerdings meist nicht allzu ergiebig (Praxmar, 12.12.2011).

 

Ein Lawinenabgang wird uns am 11.12. unterhalb des Zischgeles gemeldet. Die Lawine wird von einheimischen Tourengehern im Aufstieg im sehr steilen, schattigen Gelände auf ca. 2700m Seehöhe ausgelöst. Als Gleitfläche dient aufbauend umgewandelter Altschnee, der sich Mitte September und Anfang Oktober abgelagert und während der langen Schönwetterperiode im November gebildet hat. Der bis zum 08.12. gefallene Neuschnee konnte sich dort offensichtlich nicht gut genug mit der Altschneedecke verbinden. Durch Glück kommt niemand zu Schaden. Generell gilt: Die meisten Lawinenunfälle dieser Saison passierten im schattigen Steilgelände in größeren Höhen, genau dort wo der Altschnee vom Herbst liegen geblieben ist und von Triebschnee überlagert wurde (Gefahrenmuster: Der zweite Schneefall).

 

Lawinenabgang Zischgeles vom 10.12.2011.

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