Dienstag, 21. Februar 2012

Langsame Besserung der Situation

Wir sind ständig im Gelände unterwegs und bekommen zudem auch wertvolle Rückmeldungen von unseren Beobachtern und Wintersportlern. Ein großes Dankeschön dafür! Unsere letzten Schneedeckenuntersuchungen belegen, dass sich die Situation langsam bessert. Dennoch: Die während der Kälteperiode gebildete Schwachschicht ist weiterhin sehr ausgeprägt und somit zumindest im steileren Gelände weiterhin zu stören!
 
Lassen wir die letzten Tage nochmals kurz Revue passieren und werfen dabei primär einen Blick in die Schneedecke.
 
Der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz lauerte während der vergangenen Tage in einer ausgeprägten Schwachschicht, die von so unschuldig ausschauendem Schnee überlagert wurde. (18.02.2012)
 
Ständige Wegbegleiter waren Rissbildungen und ausgeprägte Setzungsgeräusche Ein Beobachter meldete uns, dass dadurch sogar „Bäume wackelten". (Anmerkung: vermutlich war es Jungwuchs).
 
Risse und Setzungsgeräusche am Weg zum Pflacher Älpele (Außerfern) am 18.02.2012.
 
Risse und Setzungsgeräusche im Bereich von Lawinenverbauungen (Hochimst am 17.02.2012).
 
Risse und Setzungsgeräusche auch unterhalb des Simmering (Westliche Nordalpen) am 18.02.2012.
 
Dort, wo es steiler wurde, lösten sich in Folge Lawinen, wie schon erwähnt vermehrt auch im
Waldbereich.
 
Ein nicht alltägliches Bild (Schlosskopf, Außerfern) am 17.02.2012
 
Besser war und ist die Situation in hochalpinen Regionen, dort wo ständig massiv der Wind im Spiel war. Dort konnte sich bereits während der Kälteperiode keine so zusammenhängende, aufbauend umgewandelte Altschneedecke bilden.
 
Viel Wind im hochalpinen Gelände, Großglockner (Osttiroler Tauern) am 18.02.2012
 
Schneeprofile ähneln sich in ganz Tirol: Bedeutsam ist dabei die ausgeprägte Schwachschicht von der Kälteperiode. In besonnten Hängen findet man häufig zwei dünne Harschdeckel, die von kantigen, lockeren Kristallen, vielfach mit Oberflächenreif durchsetzt, umlagert sind. Stabilitätsuntersuchungen am 20.02. belegen, dass die anfangs extrem schwache Verbindung der Schichten untereinander langsam besser wird, sie aber dennoch weiterhin zu Zurückhaltung mahnt.
 
Extrem schlechter Schneedeckenaufbau im besonnten Gelände am 17.02.2012 (Hochimst)
 
Extrem schlechter Schneedeckenaufbau auch im schattigen Gelände am 17.02.2012 in Hochimst
 
Die Schneedecke kann inzwischen zumindest in tieferen Lagen sowie in besonnten Hängen etwas mehr belastet werden. Dies bezeugen Stabilitätstests wie z.B. der Kompressionstest, bei dem es beim folgenden Profil vom 20.2. immerhin erst beim 11. Schlag zum Bruch kam (CT 11 im Unterschied zu CT 0 (Bruch beim Sägen!) bei den Profilen vom 17.2. (siehe oben)). Schattseitig bleibt die Schneedecke weiterhin trügerisch und störanfällig!
 
Langsame Besserung, allerdings immer noch störanfällig, Hochleitenalm am 20.02.2012. Der Neuschnee stammt von der Nacht von 19. auf 20.2., die Schmelzkruste darunter vom Strahlungseinfluss am 19.2.

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