Samstag, 31. März 2012

Der Nigg-Effekt...

Dabei handelt es sich um ein kleinräumiges, heimtückisches Phänomen, bei dem sich vermehrt im Frühwinter sowie Frühjahr in kammnahen, meist hohen und hochalpinen, schattigen Bereichen Oberflächenreif bildet (Gefahrenmuster 8). Der Nigg-Effekt dürfte vergangenen Sonntag, dem 25.03. für vereinzelte Lawinenabgänge verantwortlich gewesen sein. Unterhalb des Hohen Rads in der Silvretta löste damals eine Gruppe von Experten ein Schneebrett aus. Es passierte nichts. Drei spontane Lawinenabgänge auf engem Raum bei unterem Foto deuten ebenso auf eingeschneiten Oberflächenreif hin...
 
Kurzfristig ein Thema; kammnaher, eingeschneiter Oberflächenreif unterhalb der Alpeiner Knotenspitze in den Nördlichen Stubaier Alpen; Lawinen vom 25.03. (Foto: 29.03.2012)
 
Um den 28.03. konnte neuerlich in den Stubaier Alpen der Nigg-Effekt beobachtet werden. Durch den starken Wind aus nördlicher Richtung wurde der anfangs flächig vorhandene Oberflächenreif jedoch verfrachtet und sollte deshalb derzeit keine ernst zu nehmende Gleitfläche für hochalpine, frische Triebschneepakete sein.
 
Man erkennt im Vordergrund die glitzernden Oberflächenreifkristalle, ebenso die durch Windeinfluss frisch entstandenen Windgangeln unterhalb des Rinnennieder in den Stubaier Alpen (Nord, 2870m) Foto: 29.03.2012
 
Da nun wieder die Zeit für häufigeres Auftreten des Nigg-Effekts angebrochen ist, bitten wir um Rückmeldungen über solche Beobachtungen. Wir geben die Infos dann umgehend im Lagebericht und Blog weiter! Infos am besten via mail an lawine@tirol.gv.at. Herzlichen Dank im Voraus!

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