Mittwoch, 8. März 2017

Neuerlich Lawinenabgänge in Tirol – eine Warmfront bringt intensiven Niederschlag und gebietsweise große Lawinengefahr! Wir raten zu sehr großer Zurückhaltung!

Wieder liegt ein ereignisreicher Tag hinter uns…

Ereignisreich, weil wir notwendige Wetterstationsreparaturen in Westtirol dazu nützten, an unterschiedlichsten Stellen in die Schneedecke zu graben und unser Bild über den Schneedeckenaufbau vor den kommenden Niederschlägen zu schärfen.

Ereignisreich, weil sich heute am 08.03.  die Serie von Lawinenauslösungen durch Wintersportler fortsetzte (Vordere Jamspitze, Gampberg, Seegrube, Innerrodelgungge, Pleisen, Neunerkogel, Stiergschwez). Teilweise war enormes Glück im Spiel, dass in Summe (unserem derzeitigen Wissensstand zufolge) nur eine Person leicht verletzt wurde.

Gewaltiges Ausmaß nahmen Schneebrettlawinen im hinteren Jamtal in der Silvretta an, die gegen 10:00 Uhr mit höchster Wahrscheinlichkeit von Skitourengehern ausgelöst wurden. Zum Unfallzeitpunkt befanden sich im hinteren Talkessel (unterschiedlich verteilt) ca. 100 Personen.

Die Kreise symbolisieren die abgegangenen Schneebrettlawinen am Jamtalferner in der Silvretta. Zuerst löste sich die kleine Lawine links, dann folgten (laut Augenzeugen in ca. 10-Sekunden-Abständen) von links nach rechts die weiteren Lawinenabgänge. © tiris

Drei der insgesamt vier Schneebrettlawinen im hinteren Jamtal (Foto: 08.03.2017)

Auf diesem Bild der Alpinpolizei erkennt man auch noch die vierte Lawine unterhalb der Gamsspitze (Foto: 08.03.2017) Maximale Anrissmächtigkeiten wohl gut 2m.

Es stellt sich die Frage, wie die Lawinen ausgelöst werden konnten? Dazu gibt es verschiedene Erklärungsversuche: Fest steht, dass sich seit dem Föhneinfluss vom vergangenen Wochenende samt den nachfolgenden, in der Region recht ergiebigen Neuschneefällen ein perfektes und großflächig gleichmäßiges Brett entwickelte. (Die Situation erinnert u.a. an den 06.02.2016 sowie den 26.11.2016 – sh. entsprechende Blogeinträge). Fest steht auch, dass schlussendlich die bodennahe Schwachschicht vom Frühwinter gebrochen ist und sich der Riss über mehrere Kilometer Länge  fortsetzte. Fest steht zudem, dass sich die bodennahe Schwachschicht während der vergangenen Zeit nicht zum Negativen entwickelte. Entscheidend war somit ein „perfektes", sprödes Brett, das eine „perfekte" Bruchausbreitung ermöglichte. Wichtig dazu ist wohl auch ein Impuls durch Wintersportler, der durch die im Aufstieg befindlichen Gruppen gegeben war. Möglich ist, dass sich eine Gruppe im Aufstieg (nahe beieinander gehend) doch auch im Bereich einer schneearmen Stelle befand und dadurch die Bruchinitiierung erleichterte. Möglich ist auch, dass sich im Neuschneepaket (wie derzeit oft beobachtet) eine markante überschneite Graupelschicht befand. Von dort könnte sich ein primärer Bruch entwickelt haben und in Folge ein zusätzlicher Impuls auf die Schneedecke ausgeübt worden sein. Zumindest etwas begünstigend dafür könnte auch ein am Vormittag festgestellter, doch recht deutlicher Temperaturanstieg gewesen sein (der sich allerdings auf 2600m - im vermutlichen Auslösebereich – jedoch eher nicht allzu markant ausgewirkt haben dürfte.)

Wetterstation Jamtal mit deutlichem Temperaturanstieg.

Das Profil wurde von uns am 22.02. nördlich versetzt der auf der Karte noch ersichtlichen Gamsspitze aufgenommen. Auch im SW-exponierten Gelände gibt es die bodennahe, weichere Schicht, die aufgrund des sehr großen Impulses der schon ausgelösten Lawinen gebrochen ist.

Graupel im Neuschneepaket. Heberjoch im Außerfern (Foto: 08.03.2017)

Webcambild vom 07.03. mit spontan abgegangener Schneebrettlawine (Kreis) und Riss in der Schneedecke (Pfeil). Dokumentierte intensive Graupelschauer stellten mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schwachschicht dieses Schneebretts dar. Es gab zudem auch sehr gute Sprengerfolge!

Nicht unwesentlich für die kommenden Niederschläge: Meist findet man guten Pulverschnee (der, sobald überschneit, als mögliche, primäre Schwachschicht dienen kann.) In Folge ist dann ein Bruch bis in bodennahe Schichten möglich. Planskopf – Serfaus (Foto: 08.03.2017)

Bodennahe Schwachschichten (rechts der Schaufel) können derzeit meist nur durch große Belastung gestört werden. (Details dazu bei den Schneeprofilen auf unserer Homepage.) Hinteres Ötztal: (Foto: 08.03.2017)

Lawinenabgang Gampberg, Arlberggebiet (Foto: 08.03.2017)

Lawinenabgang Innerrodelgungge, Staller Sattel, Osttirol (Foto: 08.03.2017)

Weitere Eindrücke der derzeitigen Situation:

Große spontane Lawine Schrammacher, Zillertaler Alpen (Foto: 08.03.2017)

Windeinfluss im Außerfern (Foto: 08.03.2017)

Meist immer noch unterdurchschnittliche Schneehöhen (Ventertal) (Foto: 08.03.2017)

Nun kommen viel Schnee und gebietsweise große Gefahr auf uns zu.


Dienstag, 7. März 2017

Weitere Lawinenabgänge in Tirol, die zum Glück gut ausgegangen sind – Altschneeproblem kann zu gefährlich großen Lawinen führen…

Während der vergangenen zwei Tage (05.03. bis 07.03.)  ist wieder einiges an Neuschnee zusammengekommen mit Schwerpunkt im Arlberggebiet, Außerfern und den Nordalpen.


Die Folge waren auch spontane Lawinen. Eine davon löste sich im schattigen, sehr steilen Gelände im Bereich der Hochkarspitze im Arlberggebiet (vermutlich um 2500m) und erreichte den Talboden.

Auch heute am 07.03. hatten Wintersportler großes Glück:

Bei der Abfahrt von der Öfenspitze im Südlichen Osttirol am Karnischen Kamm lösten drei Wintersportler heute am 07.03. eine Schneebrettlawine mit ca. 200m Breite und 450m Länge aus. Sie waren teilverschüttet und blieben unverletzt. Da nicht sicher war, ob weitere Personen betroffen waren, wurde eine große Suche eingeleitet, die kurz vor 17:00 Uhr abgebrochen werden konnte.

Lawinenabgang Öfenspitze im Südlichen Osttirol (Karnischer Kamm) vom 07.03.2017. Anhand der Lawine erkennt man neuerlich eindrucksvoll das verborgene Altschneeproblem, wo es über große Distanzen zu Brüchen im Altschnee kommen kann. NW-Hang, 2300m, 40 Grad

Ein weiterer Lawinenabgang (vom 06.03.) wurde uns vom Variantenbereich des Skigebietes Fiss auf der Nordseite des Zwölferkopfes gemeldet. Die Wintersportler kamen mit dem Schrecken davon und waren laut eigenen Aussagen über das Lawinenausmaß und den lauten Knall bei dessen Auslösung überrascht. Letzteres deutet auf ein hartes und sprödes Schneebrett hin (ähnlich jenem vom 06.03. unterhalb des Axamer Kögeles).

Lawinenabgang Zwölferkopf; 4 beteiligte Personen, zwei konnten rechtzeitig ausfahren, zwei befanden sich noch oberhalb des Anrisses; NW, 35 Grad, ca. 2400m

Weitere Infos: sh. vorigen Blogeintrag. Die Lawinensituation wird sich verschärfen!

Montag, 6. März 2017

Nach Südföhn und neuerlichen Niederschlägen häufig heikle Lawinensituation für den Wintersportler!

Der Südföhn vom vergangenen Wochenende (03.03. und 04.03.) war außergewöhnlich. Der Sturm wütete verbreitet mit Orkanstärke. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden am 04.03. bei der Station Elferspitze in den Südlichen Stubaier Alpen mit 187 km/h gemessen.





187km/ war die am 04.03. maximal gemessene Windgeschwindigkeit in Tirol. Mit Nachlassen des Föhns setzte Niederschlag ein.

Durch die hohen Windgeschwindigkeiten wurde der Niederschlag aus den Stauregionen teils weit nach Norden verfrachtet. Die höchsten Intensitäten traten aber nur direkt am Hauptkamm auf.


Blick vom Inntal Richtung Osten. Man erkennt die Föhnmauer, die weit nach Norden gedrückt wurde. (Foto: 04.03.2017)


Schneefahnen auf den Bergen, hier am Beispiel der Lechtaler Alpen (Foto: 04.03.2017)


Windeinfluss auch im Tal. Hier am Beispiel der Osttiroler Tauern (Foto: 04.03.2017)

Eine weitere Front aus Westen brachte am 05.03. neuerlich Niederschlag. In Summe kamen in den Südlichen Ötztaler und Stubaier Alpen somit 40-75cm zusammen, im übrigen Tirol waren es meist zwischen 10 und 30cm. Montagfrüh (06.03.) schneite es dann insbesondere in den westlichen Teilen Nordtirols noch ein paar Zentimeter.


Neuschneesummen der vergangenen Tage. Am meisten schneite es in den Südlichen Stubaier und Ötztaler Alpen.

Klar, dass sich die Kombination aus Sturm und Schneefall neuerlich auf die Lawinengefahr auswirken musste, die kurzfristig am 04.03. in den Südlichen Ötztaler Alpen die Stufe 4 erreichte (und derzeit am 06.03. vielerorts mit einer kritischen Stufe 3 beurteilt wird).



Offensichtlich wurde dies auch durch vermehrte Rückmeldungen über Setzungsgeräusche, Rissbildungen, spontane Lawinenabgänge und Lawinenereignisse, bei denen Personen beteiligt waren. Seit dem 04.03. meldete uns die Leitstelle Tirol 11 solcher Lawinenereignisse (seit 01.03. waren es in Summe: 19). Unserem derzeitigen Wissensstand wurde dabei eine Person verletzt. Die Lawinen ereigneten sich in Höhenbereichen von 2000m aufwärts, fast ausschließlich im Sektor Nord bis Ost.

Ärgerlich war der Umstand, dass bei einigen dieser Lawinen jene Wintersportler, die diese ausgelöst hatten und entkommen konnten, dies nicht an die Leitstelle meldeten (Notrufnummer 140). So waren zum Teil unnötige und kostspielige Suchaktionen erforderlich.


Lawinenabgang Schermerspitze am 05.03. in den Südlichen Ötztaler Alpen. Der Pfeil zeigt die Einfahrtsspur. Gut zu erkennen sind die unterschiedlichen Schwachschichten: Primär dürfte frischer Triebschnee (vermutlich auf lockerem Pulver oder Graupel) ausgelöst worden sein. Sekundär erfolgte der Bruch bis in bodennahe Schwachschichten. Von dort breitete sich der Bruch dann weiter fort. In Folge löste sich dann die zweite Lawine links im Bild. Die Person entkam der Lawine und meldete diesen Vorfall nicht! 2800m, Nord, 40 Grad. (Foto: 05.03.2017)

Am Axamer Kögele in den Nördlichen Stubaier Alpen erlitt ein Wintersportler nach einem Lawinenabgang am 05.03. eine Beinverletzung und wurde in Folge mit dem Notarzthubschrauber abtransportiert. Es handelte sich um ein sehr hartes und sprödes Schneebrett.


Lawinenabgang Axamer Kögele vom 05.03. Der Pfeil zeigt die Einfahrtsspur, der Kreis die Verschüttungsstelle. 2150m, NO bis O (Foto: 06.03.2017)


Lawine Axamer Kögele. Fotostandpunkt etwas oberhalb des Einfahrtsbereiches. Im Vordergrund erkennt man harte, große Schollen, im Hintergrund die Sekundärlawine. (Foto: 06.03.2017)


Blick zum Axamer Kögele einen Tag vor dem Lawinenabgang am 04.03. Schneefahnen bis in den Waldgrenzbereich…


Schneeprofil Axamer Kögele. Hartes Schneebrett auf einer bodennahen Schwachschicht, die an einer schneearmen Stelle gestört wurde. Entscheidend für den Abgang war die negative Veränderung des Brettes durch Sturm und Schneefall oberhalb der Schwachschicht.


Ebenso in der Axamer Lizum wurde am 06.03. ein Schneebrett ausgelöst. Es waren zwei Personen beteiligt. Sie blieben unverletzt. Der Pfeil zeigt den Einfahrtsbereich. 2200m, ONO (Foto: 06.03.2017)


Ein Skitourengeher löste am 06.03. am Weg zum Goisele (Zettersfeld, Zentralosttirol) das Schneebrett im Vordergrund aus. aus. In Folge lösten sich auch die zwei Lawinen im Hintergrund! 2300m ONO. Er blieb unverletzt. (Foto: 06.03.2017)


1,7 km entfernt von der oben abgebildeten Lawine beim Goisele löste ebenso am 06.03. ein Skitourengeher diese Lawine im Nahbereich der Faschingalmbahn (Zettersfeld) aus. Er blieb unverletzt. 2100m, ONO (Foto: 06.03.2017)

Es bleibt spannend! Denn: Der März setzt sich fort, wie er begonnen hat: turbulent!

Am Montagabend (06.03.) überquert uns die nächste Front und anschließend stellt sich am Dienstag eine feuchte Nordwestströmung ein, die insbesondere in Staulagen bis Mittwochfrüh zu anhaltenden und teils intensiven Schneefällen führt. Von der Silvretta über Arlberg und Außerfern bis in die Westlichen Nordalpen sind oberhalb von 2000 m verbreitet 30 bis 60 cm und lokal auch etwas mehr zu erwarten. In den Östlichen Nordalpen in den Kitzbüheler Alpen, generell südlich des Inns und in den Osttiroler Tauern 20 bis 40 cm zusammen. Geringer fallen die Neuschneemengen in den Südlichen Ötztalern und Stubaiern sowie auch im Sellrain und im südwestlichen Teil der Zillertaler Alpen mit 10 bis 20 cm aus. In Osttirol schneit es abseits des Alpenhauptkammes maximal wenige Zentimeter. Die Schneefallgrenze liegt durchwegs in den Tälern, im Inntal ist zeitweise Schneeregen dabei.

Am Mittwoch stellt sich vorübergehender Zwischenhocheinfluss ein, es ziehen aber schon bald Wolken der nächsten Front heran, die Sichtverhältnisse nehmen im Tagesverlauf deutlich ab. Abends setzt von Nordwesten her erneut Niederschlag ein und die Schneefallgrenze steigt auf 1700 bis 2000 m. Der Donnerstag bringt vor allem in Nordtirol teils kräftige Niederschläge, in höheren Lagen kommen aus heutiger Sicht verbreitet 30 bis 50 cm, im Nordstau lokal auch bis zu 70 cm zusammen. Am Freitag und Samstag stellt sich sehr mildes und trockenes, und zumindest zeitweise sonniges Wetter ein, die Nullgradgrenze steigt allerdings bis auf rund 2800 m an. Am Sonntag deutet sich die nächste Kaltfront mit Neuschnee an, im Detail ist die Lage aber noch unsicher.




Wir erwarten deshalb eine (nicht nur für den Wintersportler) angespannte Lawinensituation und raten zu besonderer Vorsicht und Zurückhaltung!


Spontane Schneebrettlawinen, wie hier zwei davon im Rotmoostal in den Südlichen Ötztaler Alpen (Foto: 06.03.2017), werden während der kommenden Zeit wohl vermehrt an der Tagesordnung stehen.


Viele Schneeprofile zeigen beginnend von etwa 2100m aufwärts (anfangs in Schattenhängen, dann zunehmend auch besonnten Hängen) ein weicheres Fundament, das bei zu großer Belastung brechen kann. In neuschneereichen Regionen können Lawinen deshalb mittelgroß bis groß werden.

(Die Wetterinfos stammen von unserem Praktikanten Alexander Radlherr.)

Freitag, 3. März 2017

Am Samstag, den 04.03. Orkan auf den Bergen, danach Schneefall v.a. am Hauptkamm – Lawinengefahr steigt in neuschneereichen Regionen an

Vorweg eine Vorschau auf das Wochenendwetter (03.03.-05.03.) Der Föhneinfluss verstärkt sich in der Nacht auf Samstag, den 04.03. und erreicht gegen Mittag das Maximum. Auf den Bergen wird laut ZAMG-Wetterdienststelle ein Orkan mit extremen Windgeschwindigkeiten erwartet. Am Hauptkamm beginnt es ab Samstag früh vermehrt zu schneien – in den Südlichen Ötztaler und Stubaier sowie Zillertaler Alpen kann der Schneefall auch intensiver ausfallen. Mit einem Kaltfrontdurchgang in der Nacht von Samstag auf Sonntag greift der Niederschlag dann auch weiter Richtung Norden über. In Folge bleibt es wechselhaft.

Wind ist und bleibt ein Thema. Entsprechende Verfrachtungen und die Bildung von umfangreichen Triebschneepaketen sind die Folge.

Wir erwarten weitere, umfangreiche Verfrachtungen. Schneefahnen deuten derzeit bereits darauf hin. (Foto: 02.03.2017)


Die Kombination aus Sturm und Schneefall wirkt sich auf die Lawinengefahr aus. Dort wo es intensiver schneit, ist durchaus mit spontanen Schneebrettlawinen zu rechnen, dies vermehrt aus schattigen Einzugsgebieten in größeren Höhen. Aber auch O-Hänge in einem Höhenbereich zwischen etwa 2600m und 2800m sind derzeit tendenziell störanfälliger. Dies hat mit der in den vergangenen Blogeinträgen mehrmals diskutierten kantigen Schicht auf einer Schmelzkruste zu tun. (Westhänge wurden häufiger abgeblasen, in Südhängen wirkte sich häufig schon der Strahlungseinfluss positiv aus).

Schneeprofil in den Nördlichen Stubaier Alpen zeigt die oben erwähnte kantige Schicht auf einem Schmelzharschdeckel. O-Seite, sehr steil auf 2770m

Lawinenabgang Hinterbergkofel im Defereggental auf ca. 2700m O-seitig. Vermutlich war auch hier die oben erwähnte kantige Schicht auf einem Schmelharschdeckel im Spiel. (Foto: 03.02.2017)

Während der vergangenen Tage häuften sich aufgrund des bereits länger anhaltenden Windeinflusses und der neuen Triebschneepakete Lawinenmeldungen mit Personenbeteiligung. Zum Glück gingen alle Ereignisse gut aus. Meist war die Schwachschicht überwehter Pulverschnee oder Graupel auf Triebschnee, vereinzelt brachen die Bretter auch im Altschnee. Hier weitere Bilder zur Veranschaulichung.

Schneebrett SO-seitig auf ca. 2300m unterhalb des Gaislachkogels in den Südlichen Ötztaler Alpen ausgelöst am 01.03.2017

Eine Gruppe von tschechischen Skitourengehern löste dieses Brett im Aufstieg am 01.03. aus. Wannenkogel – Nördliche Stubaier Alpen; Seehöhe ca. 2500m; N, sehr steil

Lawinenabgang Hohe Warte bei Schmirn in den Zillertaler Alpen. Die Lawine brach kamnah schattseitig auf ca. 2500m. ev. Fernauslösung? (Foto: 01.03.2017).

Problembereiche konzentrieren sich schattseitig oberhalb etwa 2200m, in besonnten Hängen oberhalb etwa 2500m. Es handelt sich häufig um Triebschneeprobleme, überlagert von Altschneeproblemen.

Lawinen in bodennahen Schichten können von Wintersportlern v.a. an schneearmen Stellen durch große Belastung ausgelöst werden. Vorstellbar ist auch die Kombination aus großer Schneeauflast durch Schneefall und Sturm, was in Folge zu einem Bruch in diesen (derzeit tendenziell bereits recht gut verbundenen Schichten) führen kann.

Spontane Lawinen von den letzten intensiven Schneefällen im südlichen Osttirol (Foto: 02.03.2017)

Die Schneehöhen bleiben vorerst unterdurchschnittlich für die Jahreszeit.

Wärmeeinfluss fördert das Abschmelzen der Schneedecke (Foto: 26.02.2017)

Unterdurchschnittliche Schneehöhen in weiten Teilen Tirols

Donnerstag, 2. März 2017

Vorsicht vor kürzlich gebildetem Triebschnee!

Kurz und bündig: Währen der vergangenen zwei Tage hat es in Tirol geschneit, am meisten in den Regionen entlang des Alpenhauptkammes, im Arlberggebiet sowie im südlichen Osttirol. Prägend war auch der stürmische Wind, anfangs aus südlicher, dann aus (nord-)westlicher Richtung. Dies wirkte sich auf die Lawinengefahr aus: In den neuschneereichen Regionen wurden spontane Schneebrettlawinen beobachtet, ebenso lösten Wintersportler gestern am 01.03. Schneebrettlawinen aus. Betroffen waren Höhenbereiche von 2300m aufwärts. Details dazu folgen demnächst.
 
 
Spontanes Schneebrett vom 01.03. vormittags in den Südlichen Ötztaler Alpen. Man erkennt die Schneefahnen. Das Zusatzgewicht des Triebschnees führte zur Lawinenauslösung (Foto: 01.03.2017)
 
Windeinfluss am Weg zur Lampsenspitze (Foto: 01.03.2017)