Dienstag, 25. Februar 2014

Meist recht günstige Verhältnisse mit einzelnen "Ausreißern"

Vergangenes Wochenende vom 22.04. auf den 23.04. waren überdurchschnittlich viele Tourengeher und Variantenfahrer unterwegs. Dabei wurden einige Lawinen ausgelöst, zum Glück ohne Folgen. Eine überschlagsmäßige Analyse zeigt, dass die meisten Lawinen im zumindest sehr steilen Gelände in oberflächennahen Schichten ausgelöst wurden. Vereinzelt brachen diese in Folge auch in tiefere Schichten durch. Als mögliche Schwachschicht kam vor allem der Grenzbereich zwischen lockerem Pulverschnee und frischem Triebschnee (häufig im unmittelbaren Bereich der kürzlich gebildeten Saharastaubschicht) in Frage.
 
In einem Fall (Lawinenabgang Seeblaskogel) könnte auch das Gefahrenmuster „kalt auf warm - warm auf kalt“ eine Rolle gespielt haben. Der vom vergangenen Donnerstag feuchte Schnee wurde (in größeren Höhen) von kaltem Pulverschnee überlagert. Sehr kurzfristig bildete sich offensichtlich eine dünne kantige Schicht, die im extrem steilen Gelände durch einen Skifahrer gestört wurde. Diese kantige Schicht wurde ansonsten nicht beobachtet. Wir gehen von einem kurzfristigen Problem aus, das auch durch die zunehmende Sonneneinstrahlung und Erwärmung demnächst Vergangenheit sein sollte.
 
Übersichtsfoto vom Lawinenabgang am Seeblaskogel; Pfeil zeigt den Einfahrtsbereich (Foto: 23.02.2014)
 
Rote Linie: frische kantige Schicht, darunter ältere kantige Schichten; auffallend: schneearmer Bereich, extremes Steilgelände (Foto: 23.02.2014)
 
Seeblaskogel: Einfahrts- und Auslösebereich (Foto: 23.02.2014)
 
Seeblaskogel: Kurz vor dem Lawinenabgang (Foto: 23.02.2014)
 
Ebenso Glück hatten Skitourengeher bei der Pfundser Tschey. Ein ausgelöster  Airbag konnte vermutlich Schlimmeres verhindern. Weiter Lawinenereignisse wie gewohnt hier auf unserer Seite.
 
Lawinenabgang Pfundser Tschey mit Einfahrtsspur und Lawinenanriss (Foto: 22.02.2014)
 
Die in der Schlagzeile erwähnten „Ausreißer“ beziehen sich auf vereinzelt beobachtete große Schneebrettabgänge Ende der vergangenen Woche aus extrem steilem, schattseitigen, kammnahen Steilgelände um ca. 2600m. Einer wurde uns aus den südwestlichen Zillertaler Alpen, zwei aus dem Tauerntal gemeldet. Eine große Schneebrettlawine ging im Bereich des Lucknerhauses, diesmal aus ostexponiertem Gelände ab. Als Ursache muss einerseits die Erwärmung, andererseits Zusatzbelastung durch Neu- und Triebschnee angesehen werden. Der ursächliche Grund liegt jedoch in der während des Frühwinters gebildeten Schwachschicht, die uns bei zunehmender Durchnässung der Schneedecke bzw. bei massiver Auflast heuer noch begleiten wird…
 
Sonst noch ein paar Eindrücke der vergangenen Tage:
 
Gleitschneelawinen (Nördliche Stubaier Alpen) Foto: 23.02.2014
 
Vielerorts ein Pulvertraum (Nördliche Stubaier Alpen) Foto: 22.02.2014
 
In höheren Lagen zunehmend windbeeinflusst (Brennergegend) Foto: 23.02.2014
 
kurzfristig Lockerschneelawinen (Nördliche Stubaier Alpen) Foto: 23.02.2014
 
eindrucksvolle Erstbefahrungen im schneereichen südlichen Osttirol (Foto: 22.02.2014)
 

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