Freitag, 4. März 2016

Häufig Pulverschnee; Vorsicht vor frischem Triebschnee in größeren Höhen; mit Föhneinfluss demnächst deutlicher Anstieg der Lawinengefahr

Wer heute am 04.03. frei hat, sollte die Zeit unbedingt nützen. Es handelt sich nicht nur um einen sehr sonnigen Tag, sondern auch um einen Tag, an dem man vielerorts guten Pulverschnee genießen kann, bevor sich sowohl das Wetter als auch die Lawinensituation ändern werden.

Ähnlich wie während der vergangenen Tage wehte der Wind in Tirol wieder recht unterschiedlich stark. Es überwog schwacher Wind. In Osttirol war dieser vergleichsweise am kräftigsten. Die Gefahrenstellen sind somit dort am umfangreichsten. Die Hauptgefahr bildet weiterhin kürzlich gebildeter Triebschnee, den man mit etwas Erfahrung gut erkennen kann.

Der Windeinfluss bestimmt derzeit die Lawinengefahr in Tirol. In Osttirol wehte mitunter sehr kräftiger Wind.

Bereits im Tal erkennt man im nördlichen Osttirol den Windeinfluss (Foto: 03.03.2016)

Vorsichtig zu beurteilen ist vermehrt kammnahes Gelände; Nördliche Stubaier Alpen (Foto: 03.03.2016)

Dort, wo der Wind nicht im Spiel war, kann man wohl die besten Pulverschneeabfahrten dieses Winters genießen.

Unlängst unterwegs in den Südlichen Ötztaler Alpen

Was im heutigen Lawinenlagebericht vom 04.03. nicht erwähnt wurde: Klar, mit der heutigen Sonneneinstrahlung werden wir aus extrem steilem, besonnten Gelände Lockerschneelawinen beobachten können.

Was haben wir noch beobachtet:
In den inneralpinen Regionen sollte man weiterhin auf eine mögliche Störung bodennaher Schwachschichten achten. Wir grenzen diesen Höhenbereich derzeit auf sehr steile Schattenhänge in einem Höhenbereich zwischen etwa 2400m und 2700m ein. Vereinzelt sind dort während des Durchzugs der letzten Kaltfront vom 02.03. auf den 03.03. auch spontane Lawinen abgegangen.

Spontane Schneebrettlawine im hinteren Pitztal im schattigen, extrem steilen Gelände. Die Lawine brach in einer bodennahen Schwachschicht (Foto: 03.03.2016)

Wir untersuchten auch mögliche Schwachschichten im Bereich der zwei bekannten Schmelzkrusten von Ende Jänner und 21.02. Wie bei sämtlichen anderen Stabilitätstests der vergangenen Zeit konnten weiterhin keine vollständigen Brüche erzeugt werden, was derzeit positiv zu sehen ist.

Teilbrüche im Bereich oberflächennaher Schmelzkrusten, Südliche Ötztaler Alpen (Foto: 03.03.2016)

Hochalpin ist die Spaltenüberdeckung für die Jahreszeit unterdurchschnittlich.

Ein Abbild des bisher eher schneearmen Winters mit viel Windeinfluss. Ötztaler Wildspitze (Foto: 03.03.2016)

Ab nun scheint der Winter erst so richtig in Schwung zu kommen. Laut Information der ZAMG-Wetterdienststelle wird es bereits heute am 04.03. ab den Abendstunden anfangs in den Föhnschneisen, dann verbreitet in Tirol stark windig bis stürmisch. Zudem soll am Wochenende einiges an Neuschnee dazukommen. Im südlichen Osttirol ist derzeit von Neuschnee zwischen 50cm und 75cm die Rede, entlang des Alpenhauptkammes von 30-50cm, ansonsten 10-30cm.

Die Lawinengefahr wird ansteigen. Wir rechnen dort, wo es intensiv schneit und starker Wind weht mit spontanen Lawinenabgängen und allgemein zumindest kurzfristig mit einer für den Wintersportler kritischen Lawinensituation.

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