Samstag, 24. Dezember 2022

Nochmaliger Appell an alle WintersportlerInnen: Erster Schönwettertag nach einer stürmischen Niederschlagsperiode ist besonders unfallträchtig

"Klumpenrisiko": Störanfällige Schneedecke - strahlend schönes Wetter - hohe Wahrscheinlichkeit von Lawinenabgängen mit Personenbeteiligung! Vorsicht insbesondere im Westen Tirols oberhalb etwa 2400m!


Nach Auflösung einiger Nebel- und Wolkenfelder (besonders im Norden des Landes) wird der morgige Christtag laut ZAMG-Wetterdienststelle strahlend sonnig. Im Westen des Landes, wo seit den Nachtstunden des 23.12. oberhalb etwa 2400m 30 bis 50cm, lokal auch mehr Schnee gefallen ist, haben wir es mit einer für den Wintersportler heiklen Lawinensituation ("Wintersportler-Groß") zu tun. Auf einer gebietsweise schwachen Altschneedecke hat sich durch Neuschnee, Wind und Erwärmung ein ausgeprägtes Brett gebildet. Wir gehen für morgen, 25.12. zumindest im sehr steilen Gelände oberhalb etwa 2400m (Regengrenze der vergangenen Tage) von einer hohen Störanfälligkeit der Schneedecke aus. Vermehrt betroffen sind West- Nord- und Osthänge sowie allgemein kammnahes Gelände. In reinen Südhängen gehen wir aktuell davon aus, dass die Altschneedecke nur in hochalpinen Lagen störanfällig ist. Auch Fernauslösungen sind aufgrund des aktuell gut ausgebildeten Brettes denkbar. Also haltet Abstand, insbesondere von sehr steilen West-, Nord- und Osthängen in der Höhe. Vermehrt betroffen werden wohl Hänge im Nordsektor sein.


Morgen am Christtag, 25.12. ist v.a. im Westen des Landes ein unfallträchtiger Tag!

Freitag, 23. Dezember 2022

Turbulentes Wetter mit Schneefall, Regen, Wind und Erwärmung - Anstieg der Lawinengefahr auf "Wintersportler-Groß"

Deutlicher Anstieg der Lawinengefahr

Warmfront und Kaltfront

Eine Warmfront bringt laut ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck am Freitag, 23.12.2022 unbeständiges, stürmisches und sehr mildes Bergwetter. Es fällt zum Teil kräftiger Niederschlag, unterhalb etwa 2000m häufig als Regen. Am intensivsten werden die Niederschläge im Westen Nordtirols ausfallen. Man rechnet dort am 23.12. mit 30-50mm. Dies entspricht in der Höhe ca. 30-50cm Neuschnee. Am Heiligen Abend, 24.12.2022 folgt eine Kaltfront. Am Vormittag schneit und regnet es in Nordtirol und im nördlichen Osttirol noch häufig. Am Nachmittag lässt der Niederschlag nach. Das südliche Osttirol bekommt kaum Niederschlag.


Prognostizierter Neuschnee der kommenden Tage. Niederschlagsgefälle von West nach Südost.
Prognostizierter Neuschnee der kommenden Tage. Niederschlagsgefälle von West nach Südost.


Der Niederschlag wird häufig von starkem bis stürmischem Wind begleitet.
Der Niederschlag wird häufig von starkem bis stürmischem Wind begleitet.



Die Schneefallgrenze am 23.12. um 00:00 Uhr...
Die Schneefallgrenze am 23.12. um 00:00 Uhr...



Die Schneefallgrenze steigt im Laufe des Tages. Hier abgebildet: Die Schneefallgrenze am 23.12. um 16:00 Uhr...
Die Schneefallgrenze steigt im Laufe des Tages. Hier abgebildet: Die Schneefallgrenze am 23.12. um 16:00 Uhr...



Niederschlags- und Windprognose für eine der niederschlagsreichsten Regionen Tirols. Der Niederschlag beginnt in der Nacht vom 22.12. und zieht sich bis zum Heiligen Abend. Starker Wind. Schwankende Temperaturen.
Niederschlags- und Windprognose für eine der niederschlagsreichsten Regionen Tirols. Der Niederschlag beginnt in der Nacht vom 22.12. und zieht sich bis zum Heiligen Abend. Starker Wind. Schwankende Temperaturen.


Auswirkungen auf die Lawinengefahr

Wir gehen aktuell von einem deutlichen Anstieg der Lawinengefahr im Tagesverlauf aus. Fallen die vorhergesagten Niederschlagsmengen, so wird während des Nachmittags / frühen Abends die Stufe 4 "groß" erreicht  werden. Dabei handelt es sich um ein so genanntes "Wintersportler-Groß": Die Schneedecke ist schwach und störanfällig. Es gibt zahlreiche Gefahrenstellen. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Wintersportler Schneebrettlawinen auslösen können. Zudem erwarten wir spontane Lawinen. Meist sind die Lawinen mittelgroß (typische Skifahrerlawinen-Größe). Besonders in Schattenhängen können diese auch groß werden. Hier die Hintergründe: 
  • Dort wo es schneit, fällt der Schnee anfangs bei etwas tieferen Temperaturen. Während des Schneefalls steigt die Temperatur dann an. Dadurch lagert wärmerer Schnee auf etwas kälterem Schnee, also ein "Brett" auf einer potentiellen Schwachschicht. Je nachdem, wie deutlich der Temperaturanstieg ausfällt, wird die Schneedecke rasch geschwächt. Kleine und mittelgroße Lawinen werden im Laufe des Temperaturanstieges vermehrt von selbst abgehen. Das "Brett" fördert großflächigere Auslösungen. Das Brett erhöht aber auch die Wahrscheinlichkeit von Fernauslösungen.
  • Die Altschneedecke ist häufig schwach. Vermehrt trifft dies für West-, Nord- und Ost-Hänge oberhalb etwa 2200m zu. Brüche in Schwachschichten innerhalb der Altschneedecke sind einerseits durch den Impuls spontaner, oberflächennaher Lawinen (im Neuschneepaket) denkbar. Andererseits ist dies auch "nur" durch das Gewicht des Neuschnees möglich. Am ungünstigsten ist die Altschneedecke im Nordsektor oberhalb von etwa 2200m aufgebaut. In West- und Osthängen dürfte die Altschneedecke aktuell vermehrt oberhalb etwa 2400m zu stören sein. In Südhängen ist dies v.a. in hochalpinen Lagen der Fall. Bei Brüchen in der Altschneedecke, können Lawinen auch groß werden.
  • In den regenbeeinflussten Gebieten wird die ohnehin während der vergangenen Tagen bereits angefeuchtete bzw. durchfeuchtete Schneedecke rasch nass. Die Schneedecke verliert an Festigkeit. Wir erwarten zahlreiche nasse Lockerschneelawinen, aber auch vermehrte Gleitschneeaktivität. Aufgrund der geringen Schneelage werden die Lawinen meist klein, vereinzelt mittelgroß sein.

Impressionen zur aktuellen Situation


Risse in der Schneedecke als Alarmzeichen einer störanfälligen Schneedecke. Sattelberg, am 14.12.2022. Seit dem Foto ist eine gute Woche vergangen. Inzwischen gibt es nur mehr wenige Rückmeldungen über Rissbildungen und Wummgeräusche.
Risse in der Schneedecke als Alarmzeichen einer störanfälligen Schneedecke. Sattelberg, am 14.12.2022. Seit dem Foto ist eine gute Woche vergangen. Inzwischen gibt es nur mehr wenige Rückmeldungen über Rissbildungen und Wummgeräusche.



In tiefen und mittleren Lagen wurde die Schneedecke feucht. Der Wind hat zugelegt.
In tiefen und mittleren Lagen wurde die Schneedecke feucht. (2. Grafik von oben mit Temperatur, Taupunkt und Schnee-Oberflächentemperatur). Der Wind hat zugelegt.



Durch die Erwärmung, aber auch durch kürzlichen Regen beobachtete man vermehrt nasse Lockerschneelawinen und Gleitschneerutsche.
Durch die Erwärmung, aber auch durch kürzlichen Regen beobachtete man vermehrt nasse Lockerschneelawinen und Gleitschneerutsche. 



Nassschneerutsche Nordseite Kitzbüheler Horn (Foto: 20.12.2022)
Nassschneerutsche Nordseite Kitzbüheler Horn (Foto: 20.12.2022)



"Noppenpulver" wurde inzwischen durch den Wärmeeintrag meist zerstört. Tuxer Alpen (Foto: 18.12.2022)
"Noppenpulver" wurde inzwischen durch den Wärmeeintrag meist zerstört. Tuxer Alpen (Foto: 18.12.2022)



Profil im Bereich des Hochzeigers. Nord, 2340m. Bodennahe Schwachschicht, die bei Belastung brechen kann.
Profil im Bereich des Hochzeigers. Nord, 2340m. Bodennahe Schwachschicht, die bei Belastung brechen kann.



Wechsel von härteren und weichen Schichten. Axamer Lizum. West. 2260m. 28°. An diesem Standort konnten bei Stabilitätstests keine durchgehenden Brüche erzeugt werden. (Foto: 22.12.2022)
Wechsel von härteren und weichen Schichten. Axamer Lizum. West. 2260m. 28°. An diesem Standort konnten bei Stabilitätstests keine durchgehenden Brüche erzeugt werden. (Foto: 22.12.2022)


Der Wind hat bereits zugelegt und verfrachtet in großen Höhen bereits Schnee. Hier  Schneefahnen in der Gurgler Gruppe (Foto: 22.12.2022)
Der Wind hat bereits zugelegt und verfrachtet in großen Höhen bereits Schnee. Hier  Schneefahnen in der Gurgler Gruppe (Foto: 22.12.2022)


Heikle und unfallträchtige Tage für Wintersportler stehen bevor - Große Zurückhaltung erscheint angebracht!

Am Sonntag, Christtag, 25.12. bessert sich das Wetter. Es bleibt mild. Bitte beachtet: Wir haben es in den neuschneereichen Gebieten mit einer für Wintersportler durchaus angespannten Lawinensituation zu tun. Bekanntlich passieren die meisten Lawinenunfälle innerhalb kurzer Zeiträume während erhöhter Lawinengefahr. Seid defensiv unterwegs! Unerfahrenen Personen raten wir, auf den gesicherten Pisten zu bleiben.

Sonntag, 18. Dezember 2022

Diffuses Altschneeproblem - beginnend von etwa 2000m - einige Lawinenauslösungen durch Wintersportler

Wichtiges vorab - Altschneeproblem bleibt tückisch - Gefahrenstellen auch in Sonnenhängen: 


Das von uns im Lawinenreport angesprochene Altschneeproblem bleibt tückisch. Es beginnt von etwa 2000m aufwärts. Anfangs sind vermehrt Schattenhänge betroffen, mit zunehmender Seehöhe dann auch Sonnenhänge. Dies bestätigen u.a. auch Lawinenabgänge der vergangenen Tage, bei denen Wintersportler beteiligt waren. Wie schon im vorigen Blog beschrieben, haben wir es ja aktuell mit einer unterdurchschnittlichen Schneelage zu tun. Lawinen, die von Wintersportlern ausgelöst werden, sind deshalb häufig klein. Dort, wo der Wind kürzlich vermehrt Schnee verfrachtet hat, sind Lawinen auch mittelgroß. Vorsicht: Aktuell besteht bei Lawinenabgängen aufgrund der geringen Schneelage neben der Mitreiß- und Absturzgefahr auch eine erhöhte Verletzungsgefahr durch herausragende Steine.


Lawinenabgang Hoher Burgstall. Da nicht sicher war, ob Personen beteiligt waren, wurde ein Lawineneinsatz eingeleitet. Es war niemand verschüttet. Negativlawinen bitte bei der Leitstelle unter 140 melden. Danke! (Foto: 17.12.2022)
Lawinenabgang Hoher Burgstall. Da nicht sicher war, ob Personen beteiligt waren, wurde ein Lawineneinsatz eingeleitet. Es war niemand verschüttet. Negativlawinen bitte bei der Leitstelle unter 140 melden. Danke! (Foto: 17.12.2022)

Lawinenabgang Lampsenspitze (Foto: 17.12.2022)
Lawinenabgang Lampsenspitze (Foto: 17.12.2022)


Lawinenauslösung Hochgurgl (Foto: 17.12.2022)
Lawinenauslösung Hochgurgl (Foto: 17.12.2022)


Schneebrettlawine Nahbereich Skizentrum St. Jakob i.D. (Foto: 17.12.2022)
Schneebrettlawine Nahbereich Skizentrum St. Jakob i.D. (Foto: 17.12.2022)


Mit der Erwärmung beobachtet man wieder vermehrt Gleitschneerutsche. Außerfern (Foto: 17.12.2022)
Mit der Erwärmung beobachtet man wieder vermehrt Gleitschneerutsche. Außerfern (Foto: 17.12.2022)


Donnerstag, 15. Dezember 2022

Unverändert: Altschneeproblem beginnend von etwa 2000m aufwärts - Frischer Triebschnee in großen Höhen

Altschneeproblem bei allgemein wenig Schnee

In der Altschneedecke findet man von etwa 2000m aufwärts schwache Schichten aus kantigen Kristallen. Nicht selten grenzen diese unmittelbar an einer Kruste an. Häufig beobachtet man auch einen "Krustensandwich", also eine, zwischen zwei dünnen Krusten eingebettete Schwachschicht. Für Schneebrettlawinen benötigt man neben einer Schwachschicht auch eine darüber gelagerte, etwas härtere und mächtigere Schneeschicht - das so genannte "Brett". Da in vielen Regionen Tirols wenig Schnee liegt, ist das Brett (zu) wenig ausgeprägt. Aufgrund der kalten Temperaturen zwischen dem 10.12. und 13.12. hat sich dieses zusätzlich etwas umgewandelt, verlor also etwas an Festigkeit und wurde dadurch großflächig gesehen weniger störanfällig. Dies begründet aktuell den Rückgang der Lawinengefahr von Stufe 3 (erheblich) auf Stufe 2 (mäßig) oberhalb etwa 2000m.

Dennoch: In eingewehten Rinnen und Mulden sowie in Kamm- und Passlagen ist oberhalb etwa 2000m weiterhin Vorsicht geboten. Dort, wo mehr Schnee liegt, können immer noch Schneebrettlawinen durch WintersportlerInnen ausgelöst werden. Dies trifft vermehrt für Schattenhänge oberhalb etwa 2000m zu. In größeren Höhen gilt das auch für Sonnenhänge.

    
Typisch für den aktuellen Schneedeckenaufbau: Eine Abfolge von Krusten und weicheren Schichten (Foto: 14.02.2022)
Typisch für den aktuellen Schneedeckenaufbau: Eine Abfolge von Krusten und weicheren Schichten (Foto: 14.02.2022)


"Krustensandwich" in einem 33° steilen Südhang auf 2250m in der Westlichen Verwallgruppe. Für Schneebrettlawinen fehlt das "Brett".
"Krustensandwich" in einem 33° steilen Südhang auf 2250m in der Westlichen Verwallgruppe. Für Schneebrettlawinen fehlt das "Brett". 



Typisch für die aktuelle Situation: Wenig Schnee. Dennoch können Lawinen durch WintersportlerInnen ausgelöst werden. Hier im Bild ein kleines, kammnahes Schneebrett in der Silvretta (Foto: 15.12.2022)
Typisch für die aktuelle Situation: Wenig Schnee. Dennoch können Lawinen durch WintersportlerInnen ausgelöst werden. Hier im Bild ein kleines, kammnahes Schneebrett in der Silvretta (Foto: 15.12.2022)


Das Schneebrett vom vorigen Bild aus der Nähe: Kammnaher Anriss. Kleine Lawine (Foto: 15.12.2022)
Das Schneebrett vom vorigen Bild aus der Nähe: Kammnaher Anriss. Kleine Lawine (Foto: 15.12.2022)



Das Schneeprofil zu obigem Foto: Eine kantige Schicht unterhalb einer dünnen Kruste als Schwachschicht: 2385m, NO, 35°. Profil vom 15.12.2022
Das Schneeprofil zu obigem Foto: Eine kantige Schicht unterhalb einer dünnen Kruste als Schwachschicht: 2385m, NO, 35°. Profil vom 15.12.2022



Kammnahes Schneebrett in einem Schattenhang in den Östlichen Deferegger Alpen (Foto: 14.12.2022)
Kammnahes Schneebrett in einem Schattenhang in den Östlichen Deferegger Alpen (Foto: 14.12.2022)


Wenig Schnee


Wenig Schnee in den Tuxer Alpen. Bei der Abfahrt besteht erhöhte Verletzungsgefahr (Foto: 15.12.2022)
Wenig Schnee in den Tuxer Alpen. Bei der Abfahrt besteht erhöhte Verletzungsgefahr (Foto: 15.12.2022)



Wenig Schnee in der Westlichen Verwallgruppe (Foto: 15.12.2022)
Wenig Schnee in der Westlichen Verwallgruppe (Foto: 15.12.2022)



Etwas winterlicher schaut es im nördlichen Osttirol aus: Dennoch bricht man häufig bis zum Boden durch (Foto: 12.12.2022)
Etwas winterlicher schaut es im nördlichen Osttirol aus: Dennoch bricht man häufig bis zum Boden durch (Foto: 12.12.2022)

Wir empfehlen...


Am besten hat man es derzeit auf schneebedeckten Grashängen, dort, wo es sich nicht um massiver eingewehte , sehr steile Bereiche handelt. Wesentlich: Die Verletzungsgefahr durch "sharks" (unter der Schneedecke versteckte Steine) ist deutlich reduziert.


Relativ stressreduziertes Abfahrtserlebnis trotz wenig Schnees: Foto vom 11.12. aus dem Außerfern. Vergleichsweise besser ist die Schneelage aktuell in den Kitzbüheler Alpen.
Relativ stressreduziertes Abfahrtserlebnis trotz wenig Schnees: Foto vom 11.12. aus dem Außerfern. Vergleichsweise besser ist die Schneelage aktuell in den Kitzbüheler Alpen.

Anstelle von Skitouren oder Geländefahrten im freien Gelände kann die Zeit beispielsweise sehr gut für Ausbildungseinheiten, wie z.B. LVS-Training,  Erste-Hilfe,  Lawinenkurse samt detaillierter Ausrüstungskontrolle genützt werden.


Während eines Lawinenkommissionskurses wurde mit Hubschrauberunterstützung (hier im Bild der Landeshubschrauber) verschiedene Lawineneinsatz-Szenarien trainiert (Foto: 15.12.2022)
Während eines Lawinenkommissionskurses wurden mit Hubschrauberunterstützung (hier im Bild der Landeshubschrauber) verschiedene Lawineneinsatz-Szenarien trainiert (Foto: 15.12.2022)


Wie geht es weiter?

Laut ZAMG-Wetterdienststelle stehen zwei kleinere Niederschlagsereignisse bevor, einmal aus einer Warmfront aus südwestlicher Richtung, einmal aus einer Kaltfront aus nordwestlicher Richtung. Die Mengen bewegen sich in Summe um etwa 10cm. Am Wochenende wird es besser: Von Samstag auf Sonntag soll die Nacht klar verlaufen.


Niederschlagsereignis vom 15.12. ab den späten Nachmittagstunden
Niederschlagsereignis vom 15.12. ab den späten Nachmittagsstunden


Station Thurntaler: Ab den Abendstunden hat es zu schneien begonnen. Der Wind auf den Bergen weht über Verfrachtungsstärke. Frischer Triebschnee ist - im Gegensatz zu Wochenbeginn - allerdings nur mehr in größeren Höhen, vermehrt in kammnahen Schattenhängen störanfällig.
Station Thurntaler: Ab den Abendstunden hat es zu schneien begonnen. Der Wind auf den Bergen weht über Verfrachtungsstärke. Frischer Triebschnee ist - im Gegensatz zu Wochenbeginn - allerdings nur mehr in größeren Höhen, vermehrt in kammnahen Schattenhängen störanfällig.



Prognostizierter Schnee am 16.12.2022
Prognostizierter Schnee am 16.12.2022


An der Lawinengefahr ändert sich vorerst wenig. Das etwas tückische Altschneeproblem bleibt bestehen. Beachtet zudem frischen Triebschnee in großen Höhen  

Montag, 12. Dezember 2022

In den windbeeinflussten Gebieten entstehen sehr störanfällige Triebschneepakete

Kalter lockerer Neuschnee als bösartige Schwachschicht


Seit Samstag, 10.12. ist es immer kälter geworden. Deshalb wurde der von Freitag bis Sonntag gefallene Neuschnee häufig als kalter, lockerer Pulverschnee (so genannter Wildschnee) abgelagert. Damit dieser Schnee verfrachtet wird, braucht es keinen allzu starken Wind. Aktuell bläst dieser zumindest in größeren Höhen gebietsweise über Verfrachtungsstärke. Dadurch entstehen neue Triebschneepakete, die auf diesem Wildschnee abgelagert werden. Da Wildschnee wiederum kurzfristig eine sehr störanfällige Schwachschicht bildet, können frische Triebschneepakete sehr leicht gestört werden. Es ist zum Teil auch mit spontanen Schneebrettlawinen zu rechnen, die teilweise mittelgroß werden können. Zudem können durch das Gewicht des verfrachteten Schnees auch bodennahe Schwachschichten in der Altschneedecke brechen und dadurch Lawinen abgehen.

Weicht deshalb frischen Triebschneeansammlungen im Steilgelände konsequent aus! Beachtet weiterhin das Altschneeproblem, beginnend von etwa 2000m aufwärts in Schattenhängen und etwa 2500m in Sonnenhängen!


Im zentralen Teil Osttirols (Deferegger Alpen): Kammnahe, frische Schneebretter zeugen von einer hohen Störanfälligkeit der Schneedecke (Foto: 12.12.2022)
Im zentralen Teil Osttirols (Deferegger Alpen): Kammnahe, frische Schneebretter zeugen von einer hohen Störanfälligkeit der Schneedecke (Foto: Mark Kleinlercher 12.12.2022)


Während in tiefen und mittleren Lagen häufig kein Wind weht, ist dieser in größeren Höhen  gebietsweise mäßig stark bis stark.
Während in tiefen und mittleren Lagen häufig kein Wind weht, ist dieser in größeren Höhen  gebietsweise mäßig stark bis stark.


Windprognose für morgen, Dienstag, 13.12.2022