Dienstag, 10. März 2015

Unfallanalysen und Schneedeckenuntersuchungen zeigen: Erhöhte Vorsicht im sehr steilen Gelände der Exposition WNW über N bis ONO vom lichten Waldgrenzbereich bis zumindest 2300m hinauf. Ansonsten überwiegend günstige Bedingungen. Heute am 10.03. tageszeitlichen Anstieg der Gefahr beachten

Während der vergangenen Tage waren wir ständig im Gelände, u.a. auch bei Lawinenabgängen, um diese näher unter die Lupe zu nehmen.
 
Durch die warmen Schönwettertage hat sich die Situation nun deutlich entspannt. Die Hochwintersituation wurde nun von einer Frühjahrssituation abgelöst. Tageszeitliche Erwärmung und Durchfeuchtung spielen ab nun immer häufiger eine wesentliche Rolle. Allerdings findet man auch noch eine störanfällige, trockene Altschneedecke, dies vermehrt im Sektor WNW über N bis ONO vom lichten Waldgrenzbereich bis zumindest 2300m hinauf, vermehrt in den Tuxer Alpen, den Zillertaler Alpen und den Nördlichen Ötztaler und Stubaier Alpen. Zudem ist in ganz Tirol auf schneearme Bereiche in den übrigen Sektoren zu achten, wo Lawinenauslösungen im Bereich von Schwimmschneenestern vereinzelt möglich sind, dies vermehrt oberhalb etwa 2300m (bei zunehmender Durchfeuchtung steigt die Auslösebereitschaft).
 
Exemplarisch ein Bild, wo man am meisten aufpassen sollte: Lichter Waldgrenzbereich und aufwärts im Sektor WNW über N bis ONO. Das Bild zeigt u.a. auch einen Lawinenabgang am Kögele in den Nördlichen Stubaier Alpen vom 08.03. Skitourengeher lösten bei der Abfahrt im maximal mäßig steilen Hangfuß ein Schneebrett aus. Teilverschüttung.
 
Weitere Unfallanalysen der vergangenen Tage sowie ein kurzer Ausblick folgen demnächst, vermutlich bereits heute abends. (Nachtrag vom 11.03.: Wir sind im Gelände. Aktualisierung erfolgt voraussichtlich am 12.03. abends.).