Mittwoch, 23. Januar 2013

Der 20.01.2013 im Rückblick

Unsere Prognosen für den 20.01. haben sich bestätigt. Es war in weiten Teilen Tirols ein durchwegs sehr heikler Tag für Wintersportler, und zwar überall dort, wo Wind zu Verfrachtungen geführt hat.
 
Leider passierten auch Lawinenunfälle, die alle auf frische Triebschneepakete zurückzuführen waren. Am Bärenkopf wurde ein Einheimischer bei der Abfahrt von einem Schneebrett erfasst und 500m mitgerissen. Er wurde nur teilweise verschüttet, zog sich jedoch schwere Beinverletzungen zu. Die restlichen Lawinenereignisse gingen glimpflich aus.
 
Die Gruppe kehrte rechtzeitig um; Lawinenabgang Schafsiedel (Kitzbüheler Alpen) vom 20.01.2013
 
Ebenso wurden einige spontane, meist kleine Schneebrettlawinen, vermehrt im kammnahen Gelände beobachtet.
 
Schneebrettanriss vom 20.01. am Hafelekar (Die Wechte zeigt die frühere Hauptwindrichtung aus NW an. Für den Lawinenabgang war Wind aus SW - also am Bild von links nach rechts - bedeutsam.
(Foto vom 22.01.2013)
 
Auch kleine Hangböschungen waren mitunter betroffen.
Nauders (Foto vom 20.01.2013)
 
spontaner Lawinenabgang durch die Kombination aus Schneeverfrachtung und Erwärmung in den Osttiroler Tauern (Foto vom 21.01.2013)
 
Interessant war neben dem zum Teil massiven Windeinfluss im Gebirge auch der markante Temperaturanstieg, der in tiefen und mittleren Höhenlagen sowie in besonnten Hängen zu einer Durchfeuchtung der Schneedecke geführt hat. Die warme Luftmasse war im Osten und Südosten des Landes ausgeprägter zu spüren als im Westen.
 
Das Wetter der vergangenen Periode im Überblick: gut zu erkennen: anfangs tiefe Temperaturen, dann markanter Anstieg der Lufttemperatur; stürmischer Wind am 20.01., der den anfangs noch lockeren Neuschnee im südexponierten Gelände der Schneestation Wandspitze verfrachtete (Abnahme der Schneehöhe).
 
Inzwischen hat sich die Situation deutlich gebessert. Mehr dazu demnächst (spätestens am 24.01. abends).
 
 

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank für die super Zusatzinformationen über den Blog, das ist eine tolle Ergänzung zum LLB!

    In den letzten zwei Tagen hab ich mir ein paar Fragen zum LLB gestellt:
    Wie vollzieht sich der Wechsel mäßiger Gefahr von gestern >2200hm zu heute >1800hm, obwohl kein Neuschnee und kein Wind wehte?
    Wie überträgt man die Exposition auf größere Seehöhe? Nach den Piktogrammen würde als günstige Exposition der Süd-Sektor bis hinauf gelten. Wäre es nicht sinnvoll ein dreigeteiltes Höhensymbol zu verwenden, z.B. ungünstig ist >1800hm Nordsektor und >2500hm alle Expositionen, zur Verdeutlichung der Verteilung und möglicherweise schlechteren Setzung der Gefahrenstellen vom Wochenende in größerer Höhe?

    Schöne Grüße,
    Anselm Köhler

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